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Donnerstag, 27.07.2017
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Brennstoff aus Hausmüll

Abfallbehandlungsanlage produziert Brennstoffpellets

Im Berliner Stadtteil Reinickendorf entsteht derzeit Europas modernste Abfallbehandlungsanlage. Die Besonderheit: Hier werden ab Mitte 2005 nicht nur jährlich 160.000 Tonnen Haus- und Gewerbemüll verarbeitet, sie werden auch nutzbringend wieder eingesetzt: Als Brennstoff.
Abfallsbehandlungsanlage

Abfallsbehandlungsanlage

Die so genannte mechanisch-physikalische Stabilisierungsanlage (MPS) entzieht dem Müll zunächst Wasser, um Masse und Volumen zu reduzieren. So lässt sich die Abfallmischung leichter handhaben und die Bildung von Klumpen verhindern. Anschließend wird der Müll zerhackt und sortiert. Wertvolle Materialien wie Metalle, Glas oder Kunststoffe werden dem Recyclingkreislauf wieder zugeführt.

Was nicht wieder verwertet werden kann, wird mit Melasse - einem Nebenprodukt der Zuckerherstellung - zu kleinen Kugeln gepresst, so genannten Pellets. Diese Pellets dienen als Ersatzbrennstoff für fossile Energieträger wie Braunkohle oder Erdöl und können in konventionellen Heizkraftwerken zur Stromerzeugung verbrannt werden. Mit dem Verfahren lassen sich rund 93 Prozent des Hausmülls wieder aufbereiten - lediglich ein kleiner Rest muss nach wie vor deponiert werden.

Der Auftraggeber, das Entsorgungsunternehmen Alba AG, reagiert mit der Errichtung der neuen Anlage auf eine EU-Richtlinie, die ab Mai 2005 die Deponierung von nicht behandeltem Hausmüll untersagt. Mit gutem Grund: Denn Deponien verschandeln nicht nur die Landschaft, sie verursachen auch unangenehme Faulgase und machen aufwändige Maßnahmen zum Schutz des Grundwassers notwendig.


Da sich die Anlage auf dem Stadtgebiet befindet, muss sie besonders strenge Emissionsauflagen erfüllen. Um dies zu gewährleisten, liefert Siemens die gesamte Elektro- und Automatisierungstechnik der Anlage. Dazu zählt auch eine Leitzentrale, mit der sich alle Prozesse des komplexen Systems kontinuierlich überwachen lassen. Dank einer sehr benutzerfreundlichen Oberfläche genügen drei Personen, um die gesamte Anlage zu steuern und zu überwachen.
(Siemens, 14.07.2004 - NPO)
 
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