Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Kometeneinschlag in die Sonne „live“ beobachtet
Sonnenobservatorien verfolgten Lichtspur bis in die solare Chromosphäre
Zum ersten Mal haben Astronomen den Sturz eines Kometen auf die Sonne bis zu seinem Ende beobachtet. Die Forscher verfolgten die Lichtspur des per Zufall entdeckten „Sungrazers“ sogar durch die Sonnenkorona hindurch. Der Komet überlebte diese Millionen Grad heiße Passage, um dann in der Chromosphäre der Sonne endgültig zu verdampfen.
Flugbahn des Kometen bevor er in die Sonne einschlug
Flugbahn des Kometen bevor er in die Sonne einschlug
© UC Berkeley Flugbahn des Kometen bevor er in die Sonne einschlug
Kometen sind Brocken aus Eis und Staub, deren verdampfende Gase ihnen einen leuchtenden Schweif verleihen, wenn sie das innere Sonnensystem passieren. Einige von ihnen passieren dabei sogar so nah an der Sonne, dass sie deren Korona zu berühren scheinen, andere schlagen ein. Bisher sind solche „Sungrazer“ allerdings nur selten nah an unserem Zentralstern beobachtet worden, da die Helligkeit der Sonne sie komplett überstrahlt. Jetzt aber haben Astronomen der Universität von Kalifornien in Berkeley einen solchen solaren Treffer erstmals auf seinem Weg bis in die Korona der Sonne verfolgt.

Sonnen-Komet als Zufallsentdeckung
Seine Entdeckung war ein reiner Zufall, denn eigentlich waren die Sonnenforscher der Universität von Kalifornien, Juan Carlos Martinez-Oliveros, Claire Raftery, Samuel Krucker und Pascal Saint-Hilaire, solaren Plasmaausbrüchen auf der Spur. Doch am 12. März 2010 tauchte der Komet plötzlich als Lichtspur in den Daten der Sonnenobservatorien STEREO und SOHO auf – und zwar ungewöhnlich nah an der Sonnenoberfläche. Zunächst stuften ihn die Forscher aber dennoch als an der Sonne vorbeifliegend ein.

Unter Annahme, er würde in einem Bogen um den Stern herum fliegen, wollten die Astronomen die Gelegenheit nutzen, um zu testen, ob die Daten des Observatoriums STEREO auch genau genug für eine Flugbahnberechnung wären. Die Antwort war ja: Die Berechnungen ergaben, dass der Komet wahrscheinlich zur so genannte Kreutz-Gruppe von Kometen gehörte, einem Schwarm von Objekten, der durch das Auseinanderbrechen eines größeren Kometen entstand. Sie alle kreisen auf Bahnen, die sie sehr dicht an der Sonne vorbei führen, 2004 wurden viele von ihnen durch den Schwerkrafteinfluss des Jupiter aus ihrer Bahn geworfen.

Kometenspur am Sonnenrand beobachtet vom Mauna Loa Solar Observatory
Kometenspur am Sonnenrand beobachtet vom Mauna Loa Solar Observatory
© UC Berkeley Kometenspur am Sonnenrand beobachtet vom Mauna Loa Solar Observatory
Bahn bis in die Chromosphäre verfolgt
Doch der von ihnen beobachtete Komet durchlief, so die Erkenntnis der Astronomen, seine Sonnenbahn zum ersten – und gleichzeitig letzten - Mal. Denn die Daten enthüllten, dass der Komet schon zwei Tage nach seiner ersten Entdeckung auf der Sonne einschlagen würde. Sogar die Einschlagszone konnten die Forscher bis auf 1.000 Kilometer genau bestimmen. Mit Hilfe von Daten des Mauna Loa Solar Observatory versuchten die Forscher anschließend, die Spur des Kometen im UV-Licht bis in unmittelbare Sonnennähe zu verfolgen. „Wir glauben, dass dies das erste Mal ist, dass ein Komet im dreidimensionalen Raum so nah an der solaren Korona beobachtet worden ist“, so Raftery.

Schwere Elemente widerstehen Korona-Hitze
Tatsächlich zeigte sich eine rund sechs Minuten anhaltende Lichtspur nur wenige tausend Kilometer über der Sonnenoberfläche. Sie ging durch die Millionen Grad heiße Korona hindurch und reichte bis in die kühlere Chromosphäre der Sonne. Offenbar hatte der Komet die ungeheure Hitze der Korona überlebt und war erst in der 100.000°C heißen Chromosphäre vollständig verdampft.

Nach Ansicht der Forscher könnte die Zusammensetzung des Kometen ihm seine hohe Widerstandstandsfähigkeit verliehen haben. Aus der relativ geringen Länge seines Schweifs von nur rund drei Millionen Kilometern schließen sie, dass der Komet viele schwerere Elemente enthalten haben muss, die nicht so leicht verdampfen. Dadurch könnte er den starken Sonnenwind und die extremen Temperaturen der Korona für die kurze Zeit seiner Passage überlebt haben.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Sonne, Komet, Einschlag, Chromosphäre, Korona, STEREO, Sonnensystem, Kometeneinschlag, Schweif, Astronomie, Sonnenforschung
Weitere News zum Thema
Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel (24.05.2013)
Venus, Jupiter und Merkur bilden eine enge Formation am West-Horizont
Titan: Erste topografische Karte des Saturnmonds (16.05.2013)
Radar-Daten der NASA-Sonde Cassini geben ersten Eindruck von Bergen und Tälern auf dem Titan
Mond erbte sein Wasser von der Erde (10.05.2013)
Wassermoleküle überstanden die gewaltige Kollision, die den Erdtrabanten schuf
Klima: Schwebstoffe kühlen weniger als gedacht (10.05.2013)
Ein Großteil der Sulfat-Aerosole entsteht anders als gedacht und sinkt schnell wieder zu Boden
Klima: Trotz Kapriolen keine Entwarnung (08.05.2013)
DWD-Bilanz: 2012 war zwar kein Rekordjahr, aber noch immer deutlich zu warm
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Sonnenforschung
Sterne
Dossiers zum Thema
Sturm von der Sonne
Höllenfeuer im Lichtgestirn
Sonneneruptionen im Visier
STEREO-Mission erforscht die Physik solarer Ausbrüche
Kometen
Rätselhafte Vagabunden im Weltraum
Am Puls der Sonne
Schallwellen verraten solare Geheimnisse
Meteoriten
Gefahr aus dem All
News des Tages
Kometeneinschlag in die Sonne „live“ beobachtet
Amerikas Nordwesten droht ein Starkbeben
Epstein-Barr Virus kein Auslöser für Multiple Sklerose
Augen: Prothese aus Kunststoff ersetzt Hornhaut
Auch Tauben bekommen Altersdiabetes
Neue Hefe produziert günstiges Insulin
Dreifach-Solarzelle macht Sonnenstrom effizienter
Bücher zum Thema
Kosmologie für Fußgänger
Eine Reise durch das Universum von Harald Lesch und Jörn Müller
Armageddon
Der Einschlag von Nadja Podbregar, Ralf Blasius, Harald Frater und Stefan Schneider
Chaos im Universum
Astereoiden und Kometen - Fremde Welten - Theorien über das Chaos von Joachim Bublath
Sonnenfinsternis
Die Geschichte eines Aufsehen erregenden Phänomens von J. P. McEvoy
Das Sonnensystem
Planeten und ihre Entstehung von Bernd Lang
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
4. Kluge Hirne sind wählerisch
5. Zweisprachige nutzen zwei Lautsysteme