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Sonntag, 26.03.2017
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Jüngster Exoplanet im All entdeckt

Gasriese BD+20 1790b ist „nur“ 35 Millionen Jahre alt

Astronomen haben den bisher jüngsten Planeten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt. Der nur 35 Millionen Jahre alte Exoplanet umkreist einen sonnenähnlichen Stern in einer sehr engen Umlaufbahn. Entdeckt werden konnte er nur mit Hilfe eines Netzwerks großer Teleskope und nach fünfjähriger Suche, wie das internationale Forscherteam jetzt in „Astronomy & Astrophysics“ berichtet.
So könnte BD+20 1790b aussehen

So könnte BD+20 1790b aussehen

Obwohl bisher mehr als 400 Exoplaneten bekannt sind, gibt es noch immer eine Wissenslücke über die frühen Stadien der Planetenevolution. Die meisten Durchmusterungen konzentrieren sich auf die Suche um ältere Sterne von mehreren Milliarden Jahren. Jüngerer Sterne werden meist ausgenommen, da ihre starken Magnetfelder zahlreiche Turbulenzen, Flares und Sternenflecken erzeugen, die das schwache Signal eines Planeten überdecken. Daher war bisher nur einziger junger Planet bekannt, er besitzt ein Alter von rund 100 Millionen Jahren.

Junger Gasriese auf enger Bahn


Jetzt allerdings hat ein internationales Astronomenteam einen Planeten aufgespürt, der gleich dreimal jünger ist: Der 83 Lichtjahre von uns entfernte BD+20 1790b ist nur 35 Millionen Jahre alt. Der Planet von der sechsfachen Jupitergröße umkreist einen sonnenähnlichen Stern in einer Bahn, die enger ist als die des Merkur um die Sonne.

Schwache Planetenzeichen trotz starker Störsignale aufgespürt


Nachgewiesen wurde der Himmelskörper nach fünfjähriger Suche mit Hilfe verschiedener Teleskope weltweit. „Der Planet wurde anhand von sehr kleinen Schwankungen in der Geschwindigkeit des Zentralsterns entdeckt, der so genannten ‚Doppler-Wobble-Technik‘”, erklärt Maria Cruz Gálvez-Ortiz von der Universität von Hertfordshire in England.


„Sie werden durch die wechselnde Schwerkrafteinwirkung des kreisenden Planeten erzeugt. Die Interferenz durch die starke Magnetaktivität zu überwinden war eine große Herausforderung für das Team“, so die Forscherin weiter. „Aber mit genügend Daten von einem Netzwerk großer Teleskope gelang es schließlich, die Signatur des Planeten zu enthüllen.“ Die Detektion so junger Planeten trägt dazu bei, mehr über die Planetenbildung und die bisher nur theoretisch formulierten Entstehungsszenarien zu erfahren.
(University of Hertfordshire, 19.02.2010 - NPO)
 
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