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Mittwoch, 17.03.2010
Radio-Teleskope lösen „Rätsel der fehlenden Nebel”
„Super-Planetarische Nebel“ um massereiche Sterne als neue Klasse kosmischer Objekte
Astronomen haben eine neue Klasse von kosmischen Objekten entdeckt: die „Super-Planetarischen Nebel”. Diese im Radiobereich stark strahlenden Gas- und Staubhüllen umgeben Sterne mit größerer Masse als unserer Sonne und schließen damit eine Lücke im bisherigen Verständnis des Kosmos. Denn zuvor hatten Astronomen solche Nebel nur um kleinere Sterne, nicht aber um massereichere beobachten können. Jetzt hat die in der Fachzeitschrift „Monthly Notices of the Royal Astronomical Society“ veröffentlichte Beobachtung dieses „Rätsel der fehlenden Nebel“ gelöst.

Die Kleine Magellansche Wolke
Die Kleine Magellansche Wolke
© NASA/STScI Die Kleine Magellansche Wolke
Planetarische Nebel sind Hüllen aus Gas und Staub, die von Sternen am Ende ihres Lebenszyklus ausgeschleudert werden. Beobachtet wurden sie bisher nur um Sterne, die in ihrer Masse kleiner sind als unsere Sonne. Um massereichere Sterne jedoch schienen sie seltsamerweise zu fehlen. Jetzt aber hat ein internationales Astronomenteam geleitet von Professor Miroslav Filipović von der Universität von West-Sydney in Australien Licht in das „Rätsel der fehlenden Nebel“ gebracht.

Ungewöhnliche Radiosignale aus den Magellanschen Wolken
Die Wissenschaftler beobachteten die beiden Magellanschen Wolken, Nachbargalaxien unserer Milchstraße mit Hilfe von Radioteleskopen der Australischen Nationalen Teleskopanlage der Forschungsorganisation CSIRO. Dabei stießen Filipović und seine Kollegen auf 15 ungewöhnlich stark strahlende Radioobjekte, die in ihrer Form verblüffend den im sichtbaren Licht beobachteten Planetarischen Nebeln glichen.

Konturen teigen die Intensität der Radioemission bei diesem Super-Planetarischem Nebel
Konturen teigen die Intensität der Radioemission bei diesem Super-Planetarischem Nebel
© Royal Astronomical Society
Ähnlich wie bei den aus unserer Milchstraße bekannten Nebeln lag auch in ihrem Zentrum jeweils ein Stern. Diese waren jedoch deutlich größer als alle bisher bekannten Zentralsternen von Planetarischen Nebeln: Die Sternen selbst besaßen bis zur achtfachen Sonnenmasse und auch die sie umgebenden Nebel erreichten immerhin die 2,6fache Masse des Sonne.

Überraschung auch für die Astronomen
„Das war ein richtiger Schock für uns”, erklärt Filipović. „Denn niemand hatte damit gerechnet, diese Objekte im Radiowellenbereich zu entdecken und noch dazu mit der gegenwärtigen Generation von Radioteleskopen. Wir haben unsere Ergebnisse drei Jahre lang für uns behalten, bis wir 100-prozentig sicher waren, dass sie wirklich Planetarische Nebel sind.” Nach Ansicht des Forschers könnte die „Super-Planetarischer Nebel“ getaufte neue Klasse von Objekten nun jedoch das Rätsel der fehlenden Nebel endgültig lösen.

Einige der 15 neu entdeckten Objekte in den Magellanschen Wolken strahlen mehr als drei Mal heller als ihre kleineren Verwandten in der Milchstraße. Um sie jedoch in mehr Detail zu beobachten, müssen die Astronomen sich noch ein wenig gedulden - bis der in Westaustralien geplante „Square Kilometre Array“, eine besonders große und damit hochauflösendere Radioteleskopanlage, fertiggestellt ist.
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