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Montag, 24.09.2018
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Schatzkammer für Fossilien

Fenster in die Lebenswelt des Jura

Viel kleiner, aber nicht minder spektakulär sind andere Relikte aus der marinen Vergangenheit der Schwäbischen Alb: Fossilien. Denn im warmen Jurameer gab es eine reiche Lebenswelt. Am Meeresgrund wogten ganze Felder von Seelilien, im Wasser schwammen Ammoniten, Quastenflosser, Urzeithaie und Meeressaurier umher, in der Luft darüber schwebten Flugsaurier auf der Suche nach fischiger Beute.

Wenn diese Lebewesen starben, sanken sie zum Grund und wurden von feinkörnigem Kalk und Ton eingeschlossen. Von diesen Sedimenten geschützt, blieben die Relikte über Jahrmillionen hinweg nahezu perfekt erhalten. In der Schwäbischen Alb finden sich deshalb heute noch so viele Fossilien aus der Jurazeit wie kaum irgendwo sonst in Deutschland.

Fossils eines Meeressauriers aus der Schwäbischen Alb, ausgestellt im Urweltmuseum Hauff.

Ammonit und Meeressaurier


Eindrucksvolle Beispiele dafür sind unter anderem im Urweltmuseum Hauff in Holzmaden zu besichtigen. Dazu gehört die weltweit größte Kolonie von Seelilien: Die Relikte dieser filigranen Verwandten von Seesternen und Seeigeln bedecken hier 100 Quadratmeter Fläche. 2014 wurden die urzeitliche Riesen-Seelilien sogar zum Fossil des Jahres erklärt.

Ebenfalls eine Besonderheit sind die Fossilien vierler Meeressaurier, darunter eines fast vier Meter langen trächtigen Ichthyosaurier-Weibchens mit ihrem Jungtier. Diese Saurier erreichten vor rund 200 Millionen Jahren ihre größte Vielfalt. Die aus dieser Zeit stammenden Ölschiefer-Ablagerungen bei Holzmaden gehören zu den bedeutendsten Fundorten dieser Tiere weltweit. Aus diesen und anderen Fossilfunden weiß man inzwischen, dass die Ichthyosaurier vermutlich schon warmblütig waren. Ein in China entdecktes Fossil belegt zudem, dass diese Meeressaurier lebendgebärend waren.

Fossilien zum Selbstentdecken


Einen Ammoniten oder Belemniten kann man auf der Alb sogar bei einem Spaziergang am Wegesrand entdecken. Noch größere Chancen haben Hobby-Fossiliensammler allerdings an einer der zahlreichen Fossilien-Sammelstellen und sogenannten Klopfplätze: Hier kann jeder selbst mit Geologenhammer und Meißel nach Fossilien suchen und hat dabei gute Chancen, Ammoniten, Belemniten, versteinertes Holz oder Urzeit-Schnecken zu finden.
Nadja Podbregar
Stand: 21.07.2017
 
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