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Planetarer Querschläger
Unheil durch den angeblich "verborgenen" Planet Nibiru?

Und noch einmal zurück zum Kosmischen: Nach Ansicht einiger 2012-Endzeit-„Propheten“ droht auch Unheil von einem fremden Planeten. Der noch unentdeckte Planet „Nibiru“ soll auf einer extrem exzentrischen Bahn aus dem äußeren Sonnensystem bis in Erdnähe rasen und dann dort entweder kollidieren oder aber katastrophale Folgen auf der Erde auslösen. Angeblich beträgt seine Umlaufzeit 3.600 Jahre, so dass er zur Zeit der biblischen Plagen in Ägypten das letzte Mal in Erdnähe auftauchte und entsprechende Katastrophen verursachte. Wenn er das nächste Mal – 2012 – kommt, sollen die Auswirkungen noch schlimmer sein.

Auf einer Keilschrifttafel der Babylonier wird  
Auf einer Keilschrifttafel der Babylonier wird "Nibiru" als "Marduks Stern" beschrieben - wahrscheinlich war aber Komet gemeint.
© NASA
Warum eigentlich nicht? könnte man fragen. Gibt es doch auch Kometen und Asteroiden, die die Erdbahn kreuzen oder auf exzentrischen Bahnen durch das Sonnensystem fliegen. Doch diese kleineren Himmelskörper verhalten sich anders als ausgewachsene Planeten oder gar Braune Zwerge. Denn nach dem Newtonschen Gravitationsgesetzt kann ein Objekt dieser Größe nicht mitten durch das Sonnensystem fliegen, ohne auf die anderen Planeten deutlich messbare Schwerkraftwirkungen auszuüben. Die so ausgelösten Turbulenzen hätten im Laufe der Zeit entweder den „verborgenen“ Planeten aus seiner exzentrischen Bahn katapultiert, oder aber ihn mit einem der anderen Objekte kollidieren lassen.

Wenn dieser geheimnisvolle Planet „Nibiru“ im Dezember 2012 bei der Erde eintreffen soll, dann müsste er, das lässt sich über das zweite Keplersche Gesetz ausrechnen, inzwischen bereits innerhalb der Bahn des Saturn sein – und damit nachweisbar. Eingefleischte Nibiru-Anhänger argumentieren hier gerne mit einer Verschleierungskampagne der NASA, die jede Bekanntmachung der drohenden Katastrophe unterdrücke.

Doch dagegen spricht, dass gerade die Suche nach Asteroiden und Kleinplaneten heute extrem dezentral läuft: Hunderte oder tausende von Amateurastronomen suchen Nacht für Nacht den Himmel mit ihren Teleskopen ab, tauschen sich in Foren über Neufunde aus und melden Neues an zentrale Datenbanken. Einen Maulkorb für alle gibt es schlichtweg nicht. Zudem wäre der Planet Nibiru inzwischen längst auch ohne Teleskop als leuchtender Lichtpunkt am Nachthimmel sichtbar.

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