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Freitag, 03.09.2010
Letzte Chance mit 7
Frühförderung als Pflicht?

I-Dötzchen 
I-Dötzchen
© Dieter Lohmann
Noch einen Schritt weiter als Professorin Elsbeth Stern vom Max-Planck-Institut für Bildungsforschung geht Professor Wolfgang Schneider von der Universität Würzburg. Für ihn ist die Frühförderung vielleicht sogar die letzte Möglichkeit, Einfluss auf die spätere Entwicklung und den Lebensweg der Kinder zu nehmen: „Mit dem Eintritt in die Schule sind Eigenschaften und Werdegang der meisten Menschen weitgehend festgelegt.“, so Schneider am 20. Juli 2006 im Interview mit der Neuen Rhein Zeitung (NRZ).

Schneider stützt sich bei seinen Aussagen auf die so genannte Logik-Studie, deren Ergebnisse er im Juli 2006 vorgestellt hat. Logik steht dabei für „Longitudinalstudie zur Genese individueller Kompetenzen“. Der unter Beteiligung von Wissenschaftlern des Max-Planck Instituts für psychologische Forschung entstandene Report beobachtet von 1984 an über einen Zeitraum von 20 Jahren hinweg die Entwicklung von Kindern zu Erwachsenen.

Deutsch und Mathe im Mittelpunkt
Im Mittelpunkt des Interesses von Schneider und seinem Team standen die motorischen, intellektuellen und sozialen Fähigkeiten der 200 untersuchten Kinder, die heute zwischen 23 und 25 Jahren alt sind. Wie die Ergebnisse belegen, bietet vor allem das Alter von vier bis sechs Jahren große Chancen etwas zum Guten zu bewegen.

„In der Gesamtschau der Studie lautet die wichtigste Schlussfolgerung: Wir müssen die frühe Phase des Lebens sehr viel ernster nehmen. Die Jahre vor der Schule sind die prägendsten für die Entwicklung eines Menschen. Hier müssen wir Defizite erkennen, hier muss die Förderung einsetzen.“, bringt Schneider am 13. Juli 2006 in der ZEIT die Ergebnisse der Logik-Studie auf den Punkt.

Wer mit sieben Jahren mehr Rechtschreibfehler mache als die anderen, tue dies auch noch mit 23 Jahren, so Schneider. Der Wissenschaftler plädiert deshalb vor allem für Sprachförderprogramme, aber auch für ein viel umfassenderes Angebot im Bereich Mathematik, beispielsweise in Kindergärten oder anderen vorschulischen Bildungsangeboten.

„Wichtig ist es, möglichst viele Kinder auf ein bestimmtes Leistungsniveau zu heben. Damit haben wir ja gerade in Deutschland – wie wir seit Pisa wissen – große Probleme. Die Basis an Grundfähigkeiten lässt sich besonders gut in den ersten Jahren legen.“, so Schneider in der Zeit.

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