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Freitag, 10.02.2012
Algen können einfach alles!?
Ein Pflänzchen groß im Kommen

Braunalge Laminaria 
Braunalge Laminaria
© Michael D. Guiry / Seaweed Site
Eigentlich brauchen wir nur noch eines zum glücklich sein: Algen. Und das ist ernst gemeint - jedenfalls wenn man den zahlreichen Meldungen und Artikeln Glauben schenkt, die die unerschöpflichen Nutzungsmöglichkeiten der kleinen Wasserpflänzchen in den Himmel loben.

Im allgemeinen sind die Assoziationen mit Algen nicht gerade positiv. Viele denken zunächst an schlabberiges Grünzeug, dass sich unerwartet während des Schwimmens um die Beine wickelt und für entsprechende Gänsehaut sorgt. Oder Algenblüten, die das Meer mit schäumenden, gelbgrünlichen Schleimdecken überziehen und damit jeglichen Badespaß zunichte machen.

Aber Algen können weitaus mehr, als glitschig im Wasser herum zu dümpeln. Ohne sie gäbe es weder genug Sauerstoff auf der Erde noch Leben in den Gewässern: Algen sorgen durch Photosynthese für die Hälfte des Sauerstoffs in der Atmosphäre und sind die wichtigsten Biomasseproduzenten, was sie zur direkten oder indirekten Nahrungsgrundlage für alle Tiere im Wasser macht. Ganz nebenbei binden sie noch Kohlenstoff, Stickstoff, Phosphor und sogar Schwermetalle. Das verdeutlicht ihre herausragende Rolle für das Ökosystem Erde.

Darüber hinaus sind Algen aber auch für den Menschen von Bedeutung: Sie sind essbar, gesund - einigen Inhaltsstoffen werden sogar medizinische Wirkungen nachgesagt - und liefern Rohstoffe für Allerlei, von Dämmmaterialien bis zu Filtern. Ihnen trauen Wissenschaftler sogar zu, als regenerative Energiequelle der Zukunft unsere Energieprobleme zu lösen. Wahre Tausendsassas gedeihen da in unseren Gewässern.

Algen waren die ersten Organismen, die Photosynthese betreiben konnten. Sie eroberten die Erde schon vor 3,5 Milliarden Jahren und hielten sich erfolgreich bis heute. Erst vor 350 Jahren begann der Mensch, Algen zu kultivieren und heute gelten sie bereits als ein Rohstoff der Zukunft. Von den bekannten etwa 30.000 Algenarten werden bislang nur 500 kommerziell genutzt. Ein ungehobener Schatz in den Augen vieler Wissenschaftler.

Doch wo sind sie, die Algenfarmer und ihre Produkte? Warum haben Algen nicht schon längst Äcker und Viehweiden verdrängt? Ist es nicht mehr als eine schöne Illusion vom leicht verfügbaren nachwachsenden Rohstoff, der ganz nebenbei noch das Treibhausgas Kohlendioxid bindet?

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