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Freitag, 10.02.2012
…wie Wellenringe in einem Teich
Kosmische Kollisionen

NGC 1275 - zwei kollidierende Galaxien im Perseus-Crater 
NGC 1275 - zwei kollidierende Galaxien im Perseus-Crater
© Star Observer
Die durch die Kollision entstehende Gravitationsstoßwelle würde die Orbits von Sternen und Gaswolken in der Zielgalaxie dramatisch verändern. Diese würden sich beschleunigt nach außen bewegen, etwa wie Wellenringe in einem Teich, nachdem ein großer Stein hineingeworfen wurde. In dem Maße, wie der Ring in die Außenbereiche der Galaxie pflügt, kollidieren Gaswolken und werden komprimiert. Diese verdichteten Wolken können sich dann unter dem Einfluss ihrer eigenen Gravitation zusammenziehen, schließlich kollabieren und in der Folge eine Fülle an neuen Sternen entstehen lassen.

Die wuchernde Sternenbildung erklärt auch, warum der Ring eine blaue Färbung aufweist. Er formt kontinuierlich massereiche, junge und heiße Sterne, die im energiereichen blauen Spektralbereich leuchten. Ein weiteres Zeichen intensiver Sternentstehung sind die rosafarbenen Regionen entlang des Rings. Das sind dünne Wolken von leuchtendem Wasserstoffgas, die wegen der starken ultravioletten Strahlung, die von den neu gebildeten massiven Sternen ausgesendet wird, fluoreszieren.

Auch die rosafarbenen Regionen entlang des Ringes sind Zeichen einer robusten Sternformation. Astronomen gaben diesem Gebilde den Spitznamen „Die Mäuse“, weil jede der beiden Komponenten einen langen Schweif aus Gas und Sternen hinter sich herzieht. Die Durchdringungsgeschwindigkeit dieser beiden Galaxien ist zu gering, als dass sie sich wieder voneinander lösen könnten. So werden sie zunächst bis zu einer gewissen Distanz auseinanderstreben und dann wieder aufeinander zufallen. Dabei werden sie sich gegenseitig durchdringen, immer wieder und wieder, bis sie in fernen Jahrmillionen miteinander verschmolzen sind.

Geschehnisse, wie sie diesen beiden Sterneninseln widerfahren, kosmische Kollisionen ungeheuren Ausmaßes, sind keine Katastrophen. Sie sind Ausdruck der ungeheuren Kraft der Natur. Auch mit Andromeda und der Milchstraße kann das in ferner Zukunft geschehen. Ihre Verschmelzung wird der Auslöser für die Geburt unzähliger neuer Sterne sein. Sterne, die vielleicht - so wie unsere Sonne - von Planeten umkreist werden, über denen sich ein Himmel wölbt, der die Sonnen zweier Galaxien in sich vereint. Ein grandioses Schauspiel für unsere Nachfahren in Jahrmilliarden.

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