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Freitag, 10.02.2012
350 Grundgerüche...
...kann der Mensch wahrnehmen

Inzwischen haben die Duftforscher das Duftprofil dreier weiterer Rezeptoren detailliert charakterisiert. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass ein Rezeptorprotein in der Lage ist, sehr spezifisch nur eine bestimmte chemische Teilstruktur eines Moleküls zu erkennen und so nur auf Duftstoffe zu reagieren, die genau diese Struktur besitzen.

Dreidimensionales Modell der Riech-Rezeptorstruktur 
Dreidimensionales Modell der Riech-Rezeptorstruktur
© RUB
In höheren Konzentrationen können jedoch auch Moleküle mit ähnlicher Struktur den Rezeptor aktivieren. Das funktioniert allerdings nur, solange die determinante Gruppe gleich ist – jede kleine Veränderung daran führt in der Regel zu einem vollständigen Wirkverlust.

Für uns Menschen bedeutet dies, dass wir rund 350 unterschiedliche chemische Strukturen identifizieren und unterscheiden können. Da aber kleine strukturelle Änderungen an vielen Molekülbereichen die Rezeptorreaktion nur graduell verändern, ist die Gesamtzahl der riechbaren chemischen Moleküle viel höher. Hinzu kommt, dass die meisten natürlichen Düfte Mischungen verschiedener Komponenten sind, so dass man insgesamt fast unendlich viele Gerüche erkennen kann.

Interessanterweise wählt jede Riechsinneszelle nur ein einziges der 347 Gene aus und stellt das entsprechende Rezeptorprotein her – ein bisher unerforschter faszinierender Mechanismus. Bei etwa 20 Millionen Riechzellen und rund 350 unterschiedlichen Rezeptoren sind von jedem Riechsinneszelltyp rund 50.000 Zellen in der Schleimhaut verteilt. Die Muster dieser Verteilung sind sehr spezifisch und genetisch festgelegt bei jedem Menschen gleich. Sie treten auch symmetrisch in beiden Nasenhöhlen auf.

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