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Sonntag, 11.12.2016
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Kosmische Nebelschleier

Planetare Nebel geben Rätsel auf

Planetarischer Nebel M27 in Infrarotansicht

Planetarischer Nebel M27 in Infrarotansicht

Planetare Nebel gehören zu den faszinierendsten und schönsten Phänomenen des Weltalls. Bis vor kurzen galten sie eigentlich längst als „grundlegend erforscht“ und altbekannt – doch neueste Bilder und Daten haben jetzt die vermeintlichen Gewissheiten über den Haufen geworfen. Sie widersprechen gängigen Erklärungsmustern und geben den Astronomen neue Rätsel auf.

Die planetaren Nebel sind ein gutes Beispiel dafür, dass die Wissenschaft immer wieder einmal den Punkt erreicht, wo ihre Protagonisten annehmen, dass sie nunmehr das Wesentliche über ihren Forschungsgegenstand wissen und alles, was danach kommt, nur noch Verbesserungen im Detail sind.

Nicht nur Simon Newcomb, den man den Giganten der Himmelsmechanik nannte, tippte mit seiner Prognose kräftig daneben. Er war wohl einfach ein Opfer des Zeitgeists gewesen. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war auch mancher bedeutende Physiker der Meinung, alles Grundlegende sei entdeckt und das gesamte physikalische Gedankengebäude stünde nun für alle Zukunft auf einem unveränderlichen Fundament.

Doch dann wurde die Radioaktivität entdeckt, danach kam die Relativitätstheorie, und heute sind wir an einem Punkt angelangt, an dem wir in der Physik nur eines mit Sicherheit sagen können: Wir wissen, dass wir nicht viel wissen. Einen vergleichbaren Status, wenngleich nicht ganz so blasphemisch geäußert, schien die Astronomie auf dem Gebiet der Erforschung Planetarer Nebel erreicht zu haben. Nachdem man in den letzten Jahrzehnten verstanden zu haben glaubte, wie sie entstehen, wurden diese Forschungsobjekte mit nur noch mäßigem Interesse betrachtet.

Zugegeben, optisch machen sie einiges her. Vor allem die faszinierenden Bilder des Hubble Space Telescope fanden in der Öffentlichkeit großen Anklang. Ihre komplexen Gestalten und ihre schillernden Farben machen Planetare Nebel bei Amateurastronomen zu beliebten Beobachtungsobjekten am Nachthimmel. Aber wissenschaftlich gesehen schien alles Wesentliche gesagt. Diese Selbstsicherheit der „Mainstream- Astronomie“ kam in letzter Zeit erheblich ins Wanken. Fast täglich gingen in den letzten Wochen und Monaten Meldungen durch die Fachpublikationen, welche gesichertes Standardwissen plötzlich infrage stellten, längst als gültig und geprüft betrachtete Annahmen über den Haufen warfen und zusätzlich völlig neue Aspekte mit ins Spiel brachten.

Die zuletzt etwas angestaubten Planetaren Nebel rückten plötzlich wieder in den Bereich des Geheimnisvollen und Unbekannten. Ein Beweis dafür, dass es in der Astronomie so etwas wie sicheren Grund, Gebiete, über die man „sowieso schon alles weiß“, wohl nur selten gibt.

Inhalt:

  1. Keine Kugel beim Nebel
    Form widerspricht Theorie über Ursprung
  2. Begleitsterne gesucht
    Entstehen planetarische Nebel in Doppelsternsystemen?
  3. Rätsel um Supernova 1054
    Weitere Ungereimtheiten tauchen auf
  4. Hinweis von Hubble
    Klare Sicht auf Nebel CRL 618
  5. Erklärungsnot und Puzzleteile
    Noch immer sind Fragen offen
Eugen Reichl/Starobserver
Stand: 27.08.2004
 
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