Zehn weitere Tiere positiv getestet Rügen: Vogelgrippe breitet sich aus - scinexx | Das Wissensmagazin
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Zehn weitere Tiere positiv getestet

Rügen: Vogelgrippe breitet sich aus

Zehn weitere auf der Insel Rügen tot aufgefundene Vögel, sechs Höckerschwäne, drei Singschwäne und eine Gans, sind an dem auch für den Menschen gefährlichen Virus H5N1 gestorben. Dies teilte gestern das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für Tiergesundheit auf der Insel Riems mit. Damit ist die Zahl der an der Seuche verendeten Vögel mittlerweile auf insgesamt 13 angestiegen. Zuvor waren bereits zwei Schwäne und ein Habicht positiv getestet worden.

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Alle infizierten Tiere stammen aus dem Nordwesten der Insel Rügen, die meisten aus dem Bereich der Wittower Fähre, aus dem auch die am Dienstag bekannt gewordenen beiden Schwäne kamen, so der Präsident des FLI, Prof. Dr. Thomas C. Mettenleiter am gestrigen Abend. Tests bei 15 weiteren Höckerschwänen, zwei Kormoranen, zwei Stockenten, einer Seeschwalbe und einer Möwe, die auch in anderen Regionen der Insel Rügen gefunden wurden, brachten negative Resultate.

„Die Ergebnisse zeigen, dass Schwäne entweder besonders häufig Träger des Virus oder aber besonders anfällig für die Infektion sind“, so Mettenleiter. Die Untersuchungen an tot aufgefundenen Vögeln werden in den nächsten Tagen fortgeführt.

„Die Lage hat sich extrem zugespitzt“, kommentierte der Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus die Situation auf der Insel Rügen. „Das Gebiet um Wittower Fähre wird konsequent abgesperrt werden. Ich habe den Landkreis aufgefordert, umgehend alle toten Wildvögel zu beseitigen“, so Backhaus.

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Keine Gefahr für den Menschen

Eine Gefahr für Menschen schloss Backhaus aus, wenn sie nicht mit toten Vögeln in Kontakt kommen. „Jeder Berührung mit den Tieren sollte unbedingt vermieden werden“, so Backhaus. Werden tote Tiere gefunden, so sind die Bürger aufgefordert, diese den Behörden, das heißt Polizei, Gemeinde oder dem zuständigen Veterinäramt zu melden. „Eine Übertragung des Virus auf den Menschen ist nur durch intensiven Kontakt möglich“, so der Minister. Auch können aus seiner Sicht Geflügelfleisch und Eier aus Deutschland weiterhin unbedenklich gegessen werden.

Über die Übertragung des Vogelgrippevirus auf Hunde oder Katzen gibt es derzeit keine eindeutige wissenschaftliche Erkenntnis. „Grundsätzlich bitte ich aber die Bürger, auch in Gebieten, in denen kein ausdrücklicher Leinenzwang herrscht, ihren Hund an die Leine zu nehmen“, so Backhaus. Dadurch werde vermieden, dass an Sammelstellen und an Rastplätzen Vögel aufgeschreckt werden und weiter ziehen. Außerdem kann so einer weiteren Verbreitung zum Beispiel von Kot oder Federn vorgebeugt werden.

Schon bald weitere Fälle in Deutschland?

Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer rechnet nach dem ersten Auftreten des Vogelgrippevirus in Deutschland mit weiteren Fällen. Alle Bemühungen seien darauf gerichtet, dass sich das Virus nicht auf Nutztierbestände übertrage: „Jeder Eintrag des Virus in die Nutztierhaltung erhöht automatisch auch die Gefahr für den Menschen“, sagte Seehofer.

„Die wichtigste Maßnahme ist die Stallpflicht für Geflügel, die ab Freitag bundesweit gilt“, so Seehofer in der Bild-Zeitung. In einer Regierungserklärung zur aktuellen Situation bei der Vogelgrippe betonte Seehofer gestern im Bundestag aber auch, dass die beiden übrigen Gefährdungsstränge nicht unbeachtet gelassen werden dürften: „Neben dem Risiko durch die „Standvögel“ bleibt es bei dem hohen Risiko durch die Rückkehr der Zugvögel in den kommenden Monaten. Auch hier hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen durch die neu aufgetretenen Fälle in Afrika und auch in Südeuropa die Gefährdung erhöht.“

Es sei nicht mehr nur die Südost-Route über die Türkei sondern jetzt auch die Zentral-Route über Italien und auch die Südwest-Route über Spanien betroffen. Möglich sei aber auch ein weiteres Einschleppen des Virus über Geflügel- und Geflügelprodukte im Rahmen des Reiseverkehrs aus Befallsgebieten.

(Bundesregierung Online, Landwirtschaftministerium Mecklenburg-Vorpommern, Verbraucherministerium, 17.02.2006 – DLO)

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