Impaktstrukturen Narben außerirdischer Geschosse - scinexx | Das Wissensmagazin
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Impaktstrukturen

Narben außerirdischer Geschosse

Barringer Krater © Georg Delisle, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe

Zahlreiche Krater überziehen die gesamte Erdoberfläche. Geowissenschaftler identifizierten viele davon erst während der letzten Jahrzehnte durch systematische geologische Kartierungen und geophysikalische Messungen im Untergrund. Das typische Erscheinungsbild dieser Krater bezeichnen die Geologen als Impaktstrukturen – Einschlaglöcher extraterrestrischer Flugkörper.

Wie sind diese Krater entstanden? Die extraterrestrischen Flugkörper stammen entweder aus dem zwischen Mars und Jupiter gelegenem Asteroidengürtel oder aus der so genannten Oort'schen Wolke, dem Ursprungsgebiet von Kometen. Sie liegt wie eine Kapsel um unser gesamtes Sonnensystem und besteht hauptsächlich aus Eis und Staub. Wissenschaftler nehmen an, dass vorbeiziehende Sterne ca. alle 30 Millionen Jahre die regelmäßige Umlaufbahn der Oort'schen Wolke stören. Dadurch kommen Kometen der Wolke aus ihrer Bann und ändern ihren Kurs ins Innere unseres Sonnensystems. Einige davon schlagen auf unserer Erde auf und hinterlassen kilometergroße Krater. Der Rand des Barringer Kraters in Arizona hat z.B. einen Durchmesser von 1.200 Metern und ist ungefähr 170 m tief. Vor etwa 50 000 Jahren prallte ein 300 000 Tonnen schwerer Meteorit mit einem Durchmesser von ungefähr 490 Metern hier mit einer Geschwindigkeit von 18 Kilometern in der Sekunde auf.

Einer der größten irdischen Einschlagskrater, der Chicxulub-Krater, liegt an der Nordküste der Halbinsel Yukatan in Mexiko. Er entstand vor etwa 65 Millionen Jahren und hat einen Durchmesser von ca. 170 Kilometern. Dieser Einschlag hat vermutlich dazu geführt, dass die Dinosaurier ausstarben.

So sehen besonders erfolgreiche Ameisen aus: Eine Vertreterin aus der Gattung Camponotus bei der Nahrungssuche, fotografiert im tropischen Regenwald von Borneo. © Heike Feldhaar

Das meiste extraterrestrische Material, das die Erde erreicht, besteht allerdings zu ca. 75 Prozent aus Staub, der Rest besteht aus Gesteinsbrocken, die wir in Form von Meteoriten auf der Erdoberfläche finden können. Binnen 1.000 Jahren hageln bis zu 30 Kilo extraterrestrisches Material pro Quadratkilometer nieder. Allerdings schlagen pro Quadratkilometer innerhalb von einer Million Jahren im Schnitt nur acht Meteoriten mit einem Gewicht von mehr als einem Kilo ein.

Eigentlich müsste die Erde ähnlich dichtes Kraterfeld wie der Mond besitzen. Spuren von Einschlägen auf dem Meeresboden verschwanden jedoch in der Vergangenheit durch die Bewegung der Erdplatten. An den Subduktionszonen schiebt sich eine ozeanische Krustenplatte unter eine kontinentale Platte, wobei die Einschlagsspuren zerstört werden. Es verwundert daher nicht, dass die meisten uns bekannten Einschlagskrater auf dem Land zu finden sind.

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Einige Landflächen zeichnen sich dadurch aus, dass auf ihnen Meteoriten besonders leicht zu entdecken sind. Wüstengebiete, deren Oberfläche aus hellem Gestein wie Kalkgestein besteht und festliegende Eisfelder in der Antarktis gehören dazu.

Weiterführende Links:

Homepage Marine nichtseismische Messverfahren, Methodenentwicklung

(Georg Delisle, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), 16.01.2004 – Marion Iranee, BGR / Kirsten Achenbach / DFG-Forschungszentrum Ozeanränder Bremen (RCOM))

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