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Klimawandel bedroht pazifische Inseln

Warmes Wasser verursacht Millionenschäden

Die pazifischen Inseln produzieren weniger als ein Prozent aller weltweiten Treibhausgase, aber sie zahlen die höchste Rechnung beim drohenden Klimawandel. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht des South Pacific Regional Environmental Programme SPREP, der in der jüngsten Ausgabe des Pacific Islands Magazine vorgestellt wurde.

Bis zu 5,8 Grad mehr bis 2100?

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Nach Berechnungen des UN-International Panel on Climate Change IPCC wird die Temperatur von 1990 bis 2100 zwischen 1,4 Grad bis 5,8 Grad ansteigen. Die Auswirkungen auf die Inselgemeinschaften werden vermutlich verheerend sein, meinte SPREP-Direktor Asterio Takesy anlässlich des Pacific Islands Regional Oceans Forum, das vor kurzem in Suva zu Ende ging. Alle Fischarten werden von diesem Temperaturanstieg im Meer und einem damit verbundenen Ausbleiben der Schwärme betroffen sein. Fische stellen jedoch eine wesentliche Lebensgrundlage für die Völker Ozeaniens dar. Hinzu kommt die Zerstörung der schützenden Korallenriffe, da die empfindlichen Korallenpolypen auf die Erwärmung reagieren. Takesy beziffert die Schäden auf den mikronesischen Palau-Inseln während der El-Nino-Periode 1998 – 1999 auf mindestens 91 Mio. Dollar. Damals erwärmte sich das Wasser in Palau in den Monaten Juni bis November auf über 30 Grad Celsius und führte zu einer Korallenbleiche, die ein Drittel der Riffe des vom Tauch-Tourismus lebenden Staates vernichtete. Die Folge waren massive Verluste der lokalen Fischpopulation und ein neunprozentiger Rückgang im Tourismus.

Dramatische Auswirkungen für die internationale Fischerei

Nicht nur für die Inseln selbst, sondern auch für die internationale Fischerei in der pazifischen Region hat die Erwärmung dramatische Auswirkungen: 70 Prozent aller weltweit gefangenen Tunfische kommen aus dem Pazifik. Derzeit werden mit den Großfischen jährlich etwa zwei Mrd. Dollar erwirtschaftet. Während der letzten El-Nino-Periode verschwanden die Fische mit der Veränderung der Warmwasser-Strömungen und sorgten in manchen Regionen für den Beinahe-Kollaps von lokalen Fischerei-Industrien. Angst herrscht auch vor einer Zerstörung von empfindlichen Mangroven, die viele Inseln vor der Erosion schützen. Temperaturerhöhungen sorgen auch für die Veränderung des Salzgehalts im Meerwasser, verbunden damit sind Zerstörungen der Mangroven selbst und vermehrte Sedimentablagerungen nach Stürmen und Überflutungen.

In einer Studie in Fiji wurde errechnet, dass der Verlust der Küsten-Mangroven Schäden zwischen 266 und 403 Dollar je Hektar ausmacht, in erster Linie verursacht durch den Verlust der in Küstennähe gefangenen Fische. In den meisten Staaten leben die Menschen immer noch von Subsistenz-Wirtschaft. Die Zerstörung der Mangroven würde für die Subsistenz-Fischerei alleine auf der Hauptinsel Viti Levu 2,3 Mio. Dollar Schaden jährlich verursachen. Für den kommerziellen Fischfang kommen noch 800.000 Dollar Schäden pro Jahr dazu.

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Immer mehr extreme Wettersituationen in Ozeanien?

Die extremen Wettersituationen, die auch in Kontentaleuropa und in Nordamerika auftreten, werden die Inselstaaten noch härter treffen. Und nach Vorhersagen des IPCC wird es in den kommenden Jahren zu einer dramatischen Zunahme von Wirbelstürmen sowie von unregelmäßigen Niederschlägen, deren Folgen entweder extreme Trockenheit oder sintflutartige Regenfälle sind, kommen. Erst Anfang Januar 2004 hat ein Wirbelsturm die Insel Niue vollständig verwüstet. Die lokale Regierung fürchtet, dass wegen der zerstörten Infrastruktur auch die Touristen ausbleiben werden. Die Vertreter der pazifischen Inselstaaten fordern mehr Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit für ihre Probleme, denn die Verursacher der Katastrophe sitzen in anderen Weltregionen. „Ozeanien ist eine der empfindlichsten Regionen was die Auswirkungen der globalen Erwärmung betrifft“, sagte SPREP-Klimaexperte Taito Nakalevu.

(Pressetext Europe, 13.02.2004 – DLO)

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