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Basistechnologie für neuartige Solarzellen

Nanopflänzchen tanken Sonnenenergie

Um eine ihrer Fähigkeiten können Menschen die Grünpflanzen nur beneiden: die unkomplizierte, direkte Verwertung der Sonnenstrahlung. Auch wenn wir das Sonnenlicht mittels Solarzellen „anzapfen“, bleibt die Ausbeute recht gering. Statt auf ausgefeilte Konzepte für immer dünnere kristalline Siliziumschichten setzen Wissenschaftler jetzt auf Kohlenstoff-Nanoröhren als Träger für eine wirksame Solartechnologie.

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Prof. Dr. Dirk Guldi von der Universität Erlangen-Nürnberg und seine Arbeitsfruppe haben die Röhrchen mit molekularen „Anhängseln“ versehen, so dass sie Pflanzenstängeln mit winzigen Blättern gleichen. Kohlenstoff-Nanoröhrchen bestehen aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen, die in Sechseckstrukturen zu einem dünnen, langen Hohlzylinder aufgerollt sind.

Über einen molekularen „Anker“ und eine „Ankerkette“ können an der Außenwand Molekülgruppen befestigt werden, etwa Ferrocen, ein Komplex aus zwei Kohlenstoff-Ringen mit einem eingelagerten Eisenatom, oder Porphyrin, eine dem Chlorophyll chemisch nahe verwandte Molekülklasse. Beide Arten von Bausteinen verfügen über einen tendenziellen Überschuss an Elektronen und sind deshalb relativ leicht zur Abgabe eines Elektrons zu bewegen.

Fällt Licht auf die „belaubten“ Röhrchen, dann wandert, angeregt durch die Photonen, von jedem „Blatt“ eine negative Ladung zum „Stängel“.

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Bevor sich der ursprüngliche Zustand wieder herstellt, bleibt genügend Zeit, um diese abgewanderten Elektronen ableiten und nutzen zu können.

Damit sind die ersten Voraussetzungen für die Entwicklung von Solarzellen auf der Basis von modifizierten Kohlenstoff-Nanoröhren gegeben.

Prof. Dr. Dirk Guldi hat im April 2004 in Nachfolge von Prof. Dr.

Siegfried Schneider die Leitung des Lehrstuhls für Physikalische Chemie I in Erlangen übernommen. Zuvor war er am Radiation Laboratory der University of Notre Dame in den USA tätig. Seine Forschungsarbeiten zur langlebigen und effizienten Ladungstrennung in Nanoröhren und deren Einsatz als neue funktionale Materialien in der Nutzung von Sonnenenergie sind in Zusammenarbeit mit den italienischen Wissenschaftlern Francesco Paolucci (Bologna) und Maurizio Prato

(Trieste) bzw. mit Norbet Jux (Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Organische Chemie) entstanden. Die ersten Ergebnisse dieser Grundlagenforschung wurden bereits mehrfach in Fachmedien vorgestellt.

(Universität Erlangen-Nürnberg, 11.01.2005 – NPO)

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