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Freitag, 20.01.2017
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Warum kann man einen abstoßenden Geschmack lieben lernen?

Viele Kaffeetrinker sind sich einig: Kaffee schmeckt eigentlich furchtbar, insbesondere der erste Schluck. Dennoch bezeichnen sie sich als Kaffee-Liebhaber. "Man muss sich an den Geschmack gewöhnen", heißt es dann. Auch bei bitteren alkoholischen Getränken, scharfem Essen oder Tabakrauch heißt es, "man lernt, den Geschmack zu lieben." Aber wie funktioniert das? Wie verlieren wir unsere Abneigung gegen abstoßende Geschmacksrichtungen?

Bitteren Geschmack, wie etwa das Aroma von Kaffee, kann man zu

Bitteren Geschmack, wie etwa das Aroma von Kaffee, kann man zu "lieben lernen".

Der Sinn für alles, was bitter schmeckt, hat zunächst eine Schutzfunktion: Giftige oder ungenießbare Pflanzen sind oft bitter und halten uns so schon fast automatisch davon ab, sie zu essen. Darum ist diese Schutzreaktion bei Kindern, die vieles mit dem Mund erkunden, noch besonders stark ausgeprägt. Dennoch haben viele Menschen geradezu eine Liebe zu Dingen, die andere das Gesicht verziehen lassen. Normalerweise dauert es jedoch eine Weile, bis man zum Beispiel den zunächst abstoßenden Geschmack von Kaffee tatsächlich liebt.

Zum einen ist es eine einfache Sache der Gewöhnung: Je häufiger wir mit einem zunächst unangenehmen Geschmack konfrontiert werden, desto weniger stört er uns. Das liegt vor allem daran, dass die ursprüngliche Warnung mehr und mehr ins Leere läuft – vorausgesetzt, der bittere Geschmack führt wirklich nicht zu negativen Erlebnissen. Wem schon beim ersten Schluck Kaffee übel wird, der wird sich sehr wahrscheinlich nie damit anfreunden.

Positive Verstärkung überschreibt Warnsignal


Die wichtigste treibende Kraft ist jedoch die sogenannte positive Verstärkung. Das Fehlen einer negativen Erfahrung allein macht den Geschmack noch nicht attraktiv. Ist ein Ereignis jedoch mit einem ausgesprochen positiven Effekt verknüpft, überschreibt die Reaktion darauf das bittere Warnsignal. Beim Kaffee beispielsweise ist dies die anregende Wirkung des Koffeins. Auch der soziale Aspekt beim gemütlichen Kaffee und Kuchen mit Freunden oder Familie kann diese Verstärkung auslösen.

Vereinfacht ausgedrückt lernt unser Gehirn also zwei Dinge. Erstens: Der Geschmack ist gar nicht so schlimm. Zweitens: Dieser Geschmack hat angenehme Konsequenzen. Nach und nach schlägt so die ursprüngliche Abneigung um.