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Dienstag, 16.10.2018
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Die letzten ihrer Art?

Das weltweite Amphibiensterben

Irgendwann vor rund 400 Millionen Jahren krochen die ersten Fische aus dem Wasser an Land. Das war die Geburtsstunde der Amphibien – jenen "doppellebigen" Wesen, die in beiden Elementen zuhause sind. Im Laufe der Evolution haben diese Tiere nahezu den gesamten Planeten erobert. Frösche, Kröten und Co kommen mit Ausnahme der Antarktis auf allen Kontinenten vor.

Der Axolotl - nur eine von vielen Amphibienarten, die die Evolution hervorgebracht hat.

Der Axolotl - nur eine von vielen Amphibienarten, die die Evolution hervorgebracht hat.

Die heute lebenden Arten werden in drei Ordnungen unterteilt: Froschlurche, Schwanzlurche und Schleichenlurche. Zu ihnen gehören uns so bekannte Arten wie der Europäische Laubfrosch und der Feuersalamander, giftige Winzlinge wie der Goldbaumsteiger und Riesen wie die Aga-Kröte, aber auch unscheinbar wurmartige Genossen wie die Mexikanische Hautwühle und kuriose Gestalten wie der Axolotl.

Ein Drittel auf der Roten Liste


Doch um viele dieser Tiere steht es nicht gut. Die Amphibienpopulationen gehen weltweit zurück. Rund ein Drittel der bekannten Spezies gilt laut der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) inzwischen als in ihrem Gesamtbestand bedroht. Damit sind die Amphibien die am stärksten gefährdete Wirbeltierklasse. Wie konnte es dazu kommen?

Hormon-Rückstände von Verhütungsmitteln bedrohen die Männlichkeit von Fröschen.

Es ist wie fast immer, wenn es um den Rückgang von Artenvielfalt geht: Gleich mehrere Faktoren machen den Lurchen zu schaffen. Der von Menschen verursachte Verlust von Lebensräumen gehört ebenso dazu wie die Invasion fremder Arten und die Belastung mit Umweltschadstoffen. So haben Forscher beispielsweise herausgefunden, dass Hormon-Rückstände von Verhütungsmitteln in Gewässer gelangen und dort aus männlichen Fröschen Weibchen machen können.

Gefahr Klimawandel


Auch der Klimawandel stellt eine Bedrohung für viele Amphibienarten dar. Zunehmende Trockenheit könnte zum Beispiel zu einem Rückgang der Verbreitung von nahezu allen Spezies im Südwesten Europas führen, wie Wissenschaftler vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig bereits vor einigen Jahren errechnet haben.

Das Fatale daran: Frankreich, Spanien und Portugal beheimaten zusammen 62 Prozent aller in Europa vorkommenden Amphibien- und Reptilienarten. Denn diese Regionen waren während der letzten Eiszeit ein wichtiges Refugium für viele der kälteempfindlichen Tiere. "Mit dem erwarteten Klimawandel könnten diese Hotspots des Überlebens zu einem Hotspot des Aussterbens werden", warnte Studienautor Miguel Araùjo damals.

Globale Pilzepidemie


Ein Verantwortlicher für die prekäre Situation der Lurche aber steht seit Jahren besonders im Fokus: ein global grassierender Krankheitserreger, der bei allen Amphibienordnungen zu tödlich verlaufenden Infektionen führen kann und eine regelrechte Epidemie ausgelöst hat. Es handelt sich um den sogenannten Chytridpilz (Batrachochytrium dendrobatidis). Dieser Pilz, so glauben viele Forscher, ist die treibende Kraft hinter dem weltweiten Amphibienrückgang, der viele Spezies an den Rand des Aussterbens gebracht hat – und sogar schon darüber hinaus.
Daniela Albat
Stand: 13.04.2018
 
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