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Montag, 21.05.2012
Theorien, Spuren und Indizien
Das Rätsel ist noch nicht gelöst

Zwar können die Forscher bisher das Geheimnis noch nicht lüften, aber wie bei einem Schwerverbrechen folgen sie jedem Indiz auf der Suche nach der richtigen Spur. Über 40 verschiedene Theorien bieten ein breites Spektrum von bizarren bis überzeugenden Lösungen an. Eine große Gruppe von Untersuchungen beschäftigt sich vor allem mit der Erforschung von Menschen gemachten Gefahren für den Wal: Unterwasserlärm, Militärsonar, Wasserverschmutzung, Elektrosmog und Walfang. Weil aber weder ein absoluter Anstieg der Massenstrandungen noch eine Verursachung durch den Menschen bislang nachweisbar ist, wendet sich der größte Teil der Wissenschaftler vor allem der Suche nach einer natürlichen Lösung zu.

Dabei gehören zu den interessantesten Forschungsergebnissen sicherlich die Erkenntnisse von Margaret Klinowska über die magnetischen Sinne der Wale, der Hinweis von Karen Evans auf den Zusammenhang von periodischer Klimaveränderung und Walstrandungen in Australien und schließlich die eindeutige Beziehung von Sonnenaktivität und gestrandeten Pottwalen in der Nordsee von Klaus Heinrich Vanselow und Klaus Ricklefs. Sie alle haben zwar noch nicht den letzten Auslöser gefunden, aber durch eine thematische und zeitliche Eingrenzung die zukünftigen Nachforschungen entscheidend vereinfacht.

Dabei vermuten mittlerweile einige Wissenschaftler, dass es nicht nur eine alles erklärende Universalursache gibt: Während Schnabelwale im Mittelmeer von Sonargeräten in den Tod getrieben werden, Unterwasserlärm den Schweinswalen in der Nordsee die Orientierung raubt und in Australien ein nährreicher Meeresstrom die Wale zu nah an die Küste treibt, stranden Grindwale in der Marion Bucht auf Tasmanien vielleicht aufgrund einer Anomalie im Erdmagnetfeld. Wie im Fall der Pottwale in der Nordsee ist für die Forscher aber auch eine Kombination mehrerer Gründe möglich, die letztendlich dann zu den Strandungen führt.

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