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Sonntag, 25.09.2016
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All-Chemie mit dem Radioteleskop

Astrophysiker auf der Suche nach nach extraterrestrischen Molekülen

Auf der Suche nach außerirdischen Molekülen

Der Raum zwischen den Sternen ist für irdische Verhältnisse extrem lebensfeindlich. Dennoch wimmelt es in manchen Regionen nur so von großen organischen Molekülen, wie diversen Sorten von Alkoholen oder Zucker. Diese stehen im Zentrum des Interesses von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Dort studiert Karl Menten, einer der Direktoren, insbesondere ein Gebiet im Zentrum unserer Milchstraße, das die Astronomen „Heimat der großen Moleküle“ nennen.

Astronomen jubelten, als es ihnen gelang, vor drei Jahren in einer interstellaren Wolke und kurz danach auch in einem Kometen Ethylenglykol nachzuweisen. Diese Verbindung, auch als Glykol bekannt, verhindert als Frostscutzmittel das Einfrieren des Kühlwassers im Auto. Im Weltall gehört Ethylenglykol zu den komplexesten organischen Molekülen, die bis heute gefunden wurden.

Derzeit suchen mehrere Gruppen weltweit nach einer anderen Verbindung, die als Heiliger Gral der Astrochemie gilt: Glyzin, die einfachste Aminosäure. Da Aminosäuren die Grundbausteine der Proteine sind, erregten vor zweieinhalb Jahren Radioastronomen von der National Taiwan Normal University großes Aufsehen mit der vermeintlichen Entdeckung von Glyzin in einer interstellaren Wolke namens Sagittarius B2 im Zentralbereich der Milchstraße sowie in zwei weiteren Gebieten der Galaxis.

Doch das Ergebnis ist umstritten: „Wir haben dieses Resultat kürzlich mit viel empfindlicheren Beobachtungen nachgeprüft und finden keinen definitiven Hinweis auf Glyzin“, sagt Karl Menten. Und so geht die Fahndung weiter nach der Verbindung mit der chemischen Bezeichnung H2NCH2COOH. Die Suche ist extrem aufwändig, denn je komplexer ein Molekül, desto schwieriger lässt es sich nachweisen. Deshalb findet man in den Kindertagen des Fachs Astrochemie die ganz einfachen Moleküle.

Inhalt:

  1. Molekülfamilie mit Zuwachs
    Neue Teleskope wemöglichen neue Entdeckungen
  2. Neue Himmelsaugen: APEX
    Aufwändige Beobachtungen und Berechnungen notwendig
  3. Kosmische Fingerabdrücke
    Spurensuche im Linien-Dschungel der Frequenzen
  4. Die „große Molekülheimat“
    Komplexe Moleküle in dichten Wolken
  5. Chemie auf staubigem Grund
    Spurensuche in interstellaren Staubwolken
  6. Methanol als Schlüssel-Molekül?
    Linienspektrum als Hilfsmittel der Astrophysiker
Thomas Bührke / MaxPlanckForschung
Stand: 02.03.2006
 
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