Raumsonde OSIRIS-REx weist Hydroxyl-Moleküle im Gestein des Asteroiden nach Asteroid Bennu hat gebundenes Wasser - scinexx | Das Wissensmagazin
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Raumsonde OSIRIS-REx weist Hydroxyl-Moleküle im Gestein des Asteroiden nach

Asteroid Bennu hat gebundenes Wasser

Asteroid Bennu
Blick auf Asteroid Bennu – in seinem Gestein existiert gebundenes Wasser. © NASA/GSFC, University of Arizona

Spannender Fund: Die NASA-Raumsonde OSIRIS-REx hat gebundenes Wasser auf dem Asteroiden Bennu nachgewiesen – ihrem gerade erst erreichten Zielobjekt. Ihre Spektrometer detektierten Hydroxyl-Moleküle im Tongestein der Asteroidenoberfläche, wie die NASA mitteilt. Dies liefert wertvolle Informationen über die Vergangenheit dieses 500 Meter großen Gesteinsbrockens, aber auch über unser Sonnensystem.

Erst vor wenigen Tagen – am 5. Dezember 2018 – hat die 2016 gestartete NASA-Raumsonde OSIRIS-REx ihr Ziel erreicht: den erdnahen Asteroiden Bennu. Der rund 500 Meter große Gesteinsbrocken gilt als einer der Erdbahnkreuzer, die der Erde potenziell gefährlich werden könnten. Deshalb soll die Sonde ihn und seine Zusammensetzung genau kartieren. Zusätzlich aber soll sie eine Probe vom Asteroiden nehmen und zur Erde zurückbringen – zum ersten Mal überhaupt.

Gebundenes Wasser im Gestein

Jetzt gibt es Neues von OSIRIS-Rex und ihrem Ziel. Denn schon während ihrer Annäherung an den Asteroiden haben die Instrumente der Raumsonde erste, spannende Daten geliefert. Zwei Spektrometer, eines für sichtbares und infrarotes Licht und eines für thermische Strahlung, haben Indizien dafür geliefert, dass es auf Bennu Wasser geben könnte – wenn auch in gebundener Form.

Ann mehreren Stellen im Tongestein des Asteroiden wiesen die Spektrometer Hydroxyl-Moleküle (OH) nach, wie die NASA berichtet. Diese Moleküle aus je einem Sauerstoff und einem Wasserstoffatom gelten als Indiz dafür, dass die Minerale gebundenes Wasser enthalten. „Es ist sehr aufregend, diese hydratisierten Minerale auf Bennus Oberfläche verteilt zu sehen“, sagt Ellen Howell von der University of Arizona. „Denn dies spricht dafür, dass sie ein ureigener Teil von Bennus Materialzusammensetzung sind – und nicht nur durch einen Impakt auf ihm gelandet sind.“

Nasse Vergangenheit?

Das Spannende daran: Die Präsenz der Hydroxyle spricht dafür, dass Bennus Gestein irgendwann in der Vergangenheit mit Wasser interagiert haben muss. Zwar ist der Asteroid zu klein, um selbst längere Zeit flüssiges Wasser besessen zu haben. Doch die Forscher vermuten, dass er seine Wasserrelikte von dem weit größeren Mutterasteroid geerbt hat, aus dem er einst entstand.

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OSIRIS-REx: Ankunft am Asteroiden Bennu.© NASA/ Goddard

Das wiederum erlaubt Rückschlüsse auf die Bedingungen im frühen Sonnensystem und auf die Entwicklungsgeschichte solcher Asteroiden. „Dieser Fund könnte eine wichtige Verbindung liefern zwischen dem, was im Weltall mit Asteroiden wie Bennu passiert und dem, was wir bei Meteoriten finden, die wir im Labor untersuchen“, erklärt Howell.

Gute Voraussetzungen für Probennahme

Für das Missions-Team von Osiris-REx ist der Hydroxyl-Fund auch eine Bestätigung: „Die Präsenz von hydratisierten Mineralen auf diesem Relikt aus dem frühen Sonnensystem zeigt uns, dass Bennu ein exzellentes Probenexemplar ist, um mit der OSIRIS-Rex-Mission die Zusammensetzung primordialer flüchtiger Substanzen und organischer Stoffe zu untersuchen“, sagt Amy Simon vom Goddard Space Flight Center der NASA.

Bevor die Raumsonde jedoch in rund zwei Jahren ihre Probe vom Asteroiden nimmt, wird sie ihn zunächst genau erkunden und kartieren. Dafür wird OSIRIS-Rex in wenigen Tagen in eine Umlaufbahn eingeschwenkt, die sie bis auf weniger als zwei Kilometer an seine Oberfläche heranbringen wird.

Quellen: NASA, University of Arizona

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