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Kaiserliche Schatztruhe

Burgen, Erze und der Bergbau

Doch auch nach der Steinzeit übte der Harz große Anziehungskraft auf den Menschen aus. Vor allem im Mittelalter errichteten viele Ritter, Fürsten und Könige hier ihre Herrschaftssitze. Der Nordrand des Harzes ist deshalb noch heute das Land der Burgen und Schlösser, rund 500 davon gibt es hier. Viele dieser Anlagen gehen auf die Zeit von Kaiser Otto I. und seinen Nachfolgern zurück, die im frühen Mittelalter über weite Teile Europas regierten.

Die hochmittelalterliche Höhenburg Burg Falkenstein wurde im 12. Jahrhundert erbaut. © Ingo Diron (Deirun/ CC-by-sa 3.0

Kupfer, Silber und andere Schätze

Dass diese Kaiser sich gerne in dieser Gegend aufhielten, war kein Zufall: Zum einen entstammten die Ottonen einem sächsischen Adelsgeschlecht, die Harzregion gehörte damit zum Kerngebiet ihres Reiches. Zum anderen aber machten reiche Erzvorkommen den Nordrand des Harzes, aber auch den Oberharz besonders attraktiv. Schon seit rund 3.000 Jahren wurden hier Erze gefördert – erst Silber, Kupfer und andere Buntmetalle, später vor allem Eisenerz.

Diese Erzvorkommen entstanden vor rund 390 Millionen Jahren, als unterseeischer Vulkanismus nicht nur Lava, sondern an einigen Stellen auch heißes, mineralienreiches Wasser aus dem Meeresgrund quellen ließ. Als dieses abkühlte, lagerten sich die gelösten Metalle in Form von Kupferkies, Zinkblende, Bleiglanz, Pyrit und Silbersulfiden. Unterseeischen Vulkanausbrüchen verdanken dagegen viele Eisenerze dieser Region ihre Entstehung.

Teil des Bergbaukomplexes Rammelsberg bei Goslar – hier wurde mehr als tausend Jahre lang Erz abgebaut. © HasBS/ CC-by-sa 4.0

Rammelsberg – Bergwerk mit langer Geschichte

Als „Schatztruhe der deutschen Kaiser“ gilt bis heute der nahe Goslar gelegene Rammelsberg. Denn unter ihm verbarg sich einst eine der größten zusammenhängenden Blei-, Zink- und Kupfererzlagerstätten der Welt. Wie lohnend der Abbau war, zeigt sich unter anderem daran, dass das Bergwerk Rammelsberg mehr als tausend Jahre lang ununterbrochen in Betrieb war. Erst 1988 wurde die Förderung eingestellt, weil die Lagerstätte erschöpft war.

Heute ist das Bergwerk von Rammelsberg ein UNESCO-Weltkulturerbe. Hier kann man unter anderem den ältesten ausgemauerten Grubenraum Europas besichtigen, außerdem einen mittelalterlichen Entwässerungsstollen, der mit vielfarbigen Krusten aus Vitriol ausgekleidet ist. Schon von weitem sichtbar ist der aus dem frühen 16. Jahrhundert stammende Maltermeisterturm – das älteste erhaltene Industriebauwerk Deutschlands.

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Dem mittelalterlichen Erzbergbau im Rammelsberg verdankt auch die Stadt Goslar ihre Existenz – sie wurde vom Ottonen-Kaiser Heinrich II. gegründet, sein Nachfolger ließ dort eine Kaiserpfalz errichten. Und auch bei späteren Herrschern hielt die Vorliebe für diesen Ort an: Goslar war über Jahrhunderte hinweg die größte und sicherste Pfalzanlage sächsischer und salischer Kaiser – insgesamt 13 Könige und Kaiser hielten hier Hof. Heute gehört die Altstadt von Goslar deshalb ebenfalls zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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Nadja Podbregar
Stand: 28.09.2018

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In den Schlagzeilen

Inhalt des Dossiers

Harz: Mehr als nur der Brocken
Zwischen Teufelskanzel, Wasserregal und Einhornhöhle

Hexenaltar und Teufelsmauer
Zeugnisse der Erdgeschichte im Harz

Zwischen Holzspeer und Massengrab
Frühmenschen in der Harzregion

Kaiserliche Schatztruhe
Burgen, Erze und der Bergbau

Wässrige Pracht
Vom Wasserregal zur Einhornhöhle

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