• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 23.03.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Besseres Wetter für GPS-Satelliten

Weltraumwettervorhersage erhöht Genauigkeit von Navigationssystemen

Je genauer die Wettervorhersage ist, desto besser kann sich der Mensch auf die Wetterlage vorbereiten - ob im Privatleben oder in Industrie, Verkehr oder Landwirtschaft. Einen ähnlichen Service können demnächst auch Betreiber von satellitengestützten Navigations- und Kommunikationssystemen nutzen. Ab Juli 2004 wird das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) einen Ionosphären-Wetterdienst etablieren, der die kommerzielle Nutzbarkeit von GPS-Diensten verbessern soll: höhere Genauigkeit und größere Zuverlässigkeit sind dabei die Ziele.
Elektronendichte in der Ionosphäre

Elektronendichte in der Ionosphäre

Durch Sonneneruptionen und die durch sie ausgelösten Ionen-Stürme kann die Signalqualität von Satelliten verschlechtert oder sogar völlig gestört werden. So kann der so genannte Ionosphärenfehler beim globalen Navigationssystem GPS zu einer Ungenauigkeit von bis zu 60 Meter führen.

Der Ionosphärenwetterdienst soll europaweit alle Kommunikations- und Navigationssysteme sowie Navigationsdienste mit aktuellen Informationen, Korrekturen und Vorhersagen zum Weltraumwetter und seinen Auswirkungen auf den Zustand der Ionosphäre versorgen. Speziell sollen Messmethoden und Vorhersagemodelle für GPS-Nutzer weiter entwickelt werden, vor allem im Hinblick auf das im Aufbau befindliche zivile europäische satellitengestützte Navigationssystem GALILEO, das neue Herausforderungen an Präzision und Zuverlässigkeit satellitengestützter Navigationssysteme stellt.

"Unwetter" im Weltraum haben in der Vergangenheit mehrfach moderne Navigations- und Kommunikationssysteme empfindlich gestört, letztmalig im Oktober 2003. Ursache sind starke turbulenzartige Änderungen der Elektronendichte in der Ionosphäre, die als elektrisch leitfähige Gashülle die Erde ab einer Höhe von rund 60 Kilometer umgibt. Diese in der Regel von Sonneneruptionen ausgelösten ionosphärischen Störungen verursachen in Kommunikations- und Navigationssystemen eine Verschlechterung der Signalqualität bis hin zur Unterbrechung des Signals, so dass Fehlfunktionen entstehen können.


Die negativen Folgen der das Weltraumwetter entscheidend beeinflussenden Sonnenstürme können für die Betreiber und Nutzer moderner Kommunikations- und Navigationssysteme durch Informationen über den aktuellen Zustand und zuverlässige Vorhersagen gemildert und zum Teil kompensiert werden.
(DLR, 24.06.2004 - NPO)
 
Printer IconShare Icon