• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Montag, 18.12.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Fische in Gefahr?

Heringe sind sicher, Dorsche nicht

Anfängliche Befürchtungen, die Rippenquallen könnten in der Ostsee unter den Herings- und Sprottenjungfischen räubern, können die Wissenschaftler derzeit nicht bestätigen. Zur Laichzeit des Rügenschen Frühjahrsherings, dem derzeit wichtigsten Heringsbestand der südwestlichen Ostsee, im März/April, sind die Wassertemperaturen für die Massenvermehrung der Rippenquallen noch zu gering.

Jungfische des Kabeljaus könnten gefährdet sein

Für die Dorsche des zentralen Ostseebestandes ist die Situation etwas brisanter. Das Hauptlaichgebiet dieser wichtigen, auch als Kabeljau bekannten Speisefische ist das Bornholmbecken, die Hauptlaichzeit liegt in den Sommermonaten. Der für den Laich geeignete Wasserkörper beschränkt sich auf eine etwa 20 Meter mächtige Schicht in 50 bis 70 Metern Wassertiefe. Genau diese Wasserschicht bevorzugen jeodch auch die Rippenquallen.

Derzeit ist die Anzahl von M. leidyi in der zentralen Ostsee zwar noch zu gering, als dass ein signifikanter Einfluss auf den Fischlaich auftreten könnte. Das sensible Zusammenspiel zwischen der Populationsentwicklung der Rippenquallen, dem Fischlaich und den physikalischen Faktoren des Wassers ist aber noch zu wenig untersucht, um endgültige Schlussfolgerungen über das Gefährdungspotenzial zu ziehen.

Die Etablierung gebietsfremder Arten als Folge der Intensivierung des globalen Seeverkehrs stellt zunehmend ein bedeutsames ökologisches Problem für küstennahe Meeresgebiete dar. Neben der ständigen Überwachung der Verbreitungsareale müssen Meereswissenschaftler daher grundlegende Fragen nach den physiologischen Mechanismen, der Anpassungsfähigkeit und den ökologischen Ansprüchen solcher Arten beantworten. Basierend auf diesen Grundlagen entwickeln sie Prognosen über das Ausbreitungspotenzial eingewanderter Arten, identifizieren Risikogebiete, kalkulieren ökologische und ökonomische Einflüsse und erarbeiten Maßnahmen zur Prävention des Einschleppens.
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4. 4
  5. 5
Sandra Kube/Lutz Postel, Forschungsmagazin Traditio et Innovatio, Universität Rostock
Stand: 25.09.2009
 
Printer IconShare Icon