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Warum trinken so Viele Alkohol?

Wissenswert

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Alkoholische Getränke gelten für Viele als Genussmittel. © Øyvind Holmstad/CC-by-sa 3.0

Zum Feierabend ein Bier, zum Anstoßen einen Sekt und bei der nächsten Feier könnte es auch schon mal etwas mehr werden: Der Genuss von Alkohol hat sich in vielen Kulturen gesellschaftlich etabliert und ist bei Feierlichkeiten gang und gäbe. Aber warum trinken viele Menschen so gerne Alkohol, obwohl sie von seiner schädlichen Wirkung wissen? Und warum hellt Alkohol die Stimmung auf?

Bereits vor Jahrtausenden wurde der Gebrauch von Alkohol vielfach zum Ritual oder zum täglichen Nahrungsmittel. Und der Trend bleibt: Mit über zehn Litern reinen Alkohols pro Einwohner im Jahr gehören die Deutschen international zu den Spitzenreitern. Nach Schätzungen der Deutschen Hauptstelle gegen Suchtgefahren müssten sich 2,5 Millionen Deutsche einer Behandlung wegen ihrer Alkoholkrankheit unterziehen. An den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums sterben in Deutschland jährlich bis zu 40.000 Menschen.

Der giftige Genuss

Alkohol ein Zellgift, das die Organe schädigt und nachweislich das Risiko für viele Erkrankungen erhöht. Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt das Hirngewebe und beeinträchtigt sämtliche Organ- und Körperfunktionen. Zu den bekanntesten alkoholbedingten Krankheiten gehören Leberkrankheiten, Bauchspeicheldrüsenschäden, Herz-Kreislauf-Probleme, Krebs und auch psychische Störungen.

Der Grund: Beim Alkohol- Abbau zirkuliert das Nervengift im Körper, vergiftet ihn mit Acetaldehyd, einer hochgradig schädlichen und krebserregenden Substanz und führt zu teilweise unwiderruflichen Veränderungen im Gehirn – besonders bei Menschen, die jünger als 25 Jahre alt sind. Denn bei ihnen befindet sich das Gehirn noch in der Entwicklung. Die Wahrnehmung bleibt noch lange beeinträchtigt, der Blutzuckerspiegel ist erniedrigt und der Körper hat noch lange mit einem Wassermangel zu kämpfen. In Erinnerung bleibt aber trotzdem meist eine Hochstimmung: Eine gefährliche Suchtgefahr entsteht.

Denn Alkohol ist zwar gleichzeitig als Nervengift und Droge bekannt, aber dennoch überall problemlos erhältlich und vor allem meist gesellschaftlich akzeptiert. Warum wird die Gefahr hinter dem beliebten Genussmittel von so Vielen ignoriert?

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Eingriff ins Gehirn

Alkoholkonsum ist bis heute hoch umstritten: Einerseits bleibt Alkohol eine gesundheitsschädigende Substanz, andererseits zeigen manche Studien sogar, dass Menschen, die moderat Alkohol trinken, länger leben würden. Und die Beliebtheit hat noch einen anderen Grund: Hat man sich einmal an den Bittergeschmack vom Alkohol gewöhnt, signalisiert der Körper nicht mehr die Gefahr, die von dem Nervengift ausgeht. Alkoholische Getränke wirken stressmindernd, beruhigend, euphorisierend und enthemmend. Manche halten den Konsum von Alkohol für eine Erholung oder Entspannung von einem stressigen Arbeitstag zum Beispiel. In einer Umfrage bestätigte jeder fünfte Mann, sich mit Alkohol entspannen zu können. Auch rund acht Prozent der befragten Frauen gab an, Alkohol zur Entspannung zu nutzen. Aber woran liegt das?

Bekannt ist längst, dass Alkohol das Gehirn so beeinflusst, dass der Alkoholkonsument immer öfter ins Glas schaut. Letzteres geschieht über eine veränderte Konzentration an Neurotransmittern im Gehirn, die den Nervenzellen Botschaften übermitteln. Auf diese Weise entsteht die aufgemunterte Stimmungslage.

Wenn wir trinken, gelangt der größte Teil des Alkohols sofort in den Blutkreislauf und verteilt sich so im ganzen Körper. Über die Blut-Hirn-Schranke erreicht er schließlich auch das Hirn: Hier erhöht Alkohol die Dopaminkonzentration. Dopamin wird auch als Neurotransmitter des Belohnungssystems bezeichnet. Denn ein hoher Dopaminspiegel entsteht immer dann, wenn wir zum Beispiel Erfolg im Sport, im Beruf oder in der Beziehung haben. Ähnliches gilt für Endorphine -Botenstoffe, die glückselig und regelrecht euphorisch machen. Alkohol fördert die Ausschüttung dieser Endorphine, die natürlicherweise etwa beim Sport ausgeschüttet werden.

Der Alkoholpegel verändert nicht nur die Laune des Alkoholkonsumenten: Auch das übliche Verhalten und die Persönlichkeit sind fremd. Man schätzt Entfernungen schlechter ein, man kann sich nicht konzentrieren, wird insgesamt langsamer und grobmotorischer und neigt dazu, sich zu überschätzen. Die Umwelt wird nur noch verschwommen wahrgenommen und Stress und schlechte Erinnerungen werden vergessen. So bietet der Alkoholkonsum eine kurze Auszeit von der Realität – für Viele ist das eine Verlockung.

 

 

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