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Zwei-Grad-Ziel: Forscher fordern 40 Prozent weniger Treibhausgase bis 2020

Industrieländer müssen Emissionen drastisch reduzieren

Um eine gute Chance zu wahren, eine gefährliche Störung des Klimasystems durch den Menschen zu vermeiden, müssen die Industrieländer bis zum Jahr 2020 ihre Treibhausgas-Emissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 vermindern: Das sagen die Wissenschaftler, die kürzlich den Klimaforschungsbericht „The Copenhagen Diagnosis“ veröffentlicht haben.

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Sie werteten Projektionen aus dem vierten Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC sowie danach veröffentlichte Analysen aus und gelangten zur Abschätzung, dass Emissionsreduktionen der Industrieländer von etwa 40 Prozent notwendig sind, um die globale Erwärmung mit hoher Wahrscheinlichkeit auf zwei Grad Celsius zu begrenzen.

In ihrem am 25. November dieses Jahres erschienenen Bericht wiesen die Autoren darauf hin, dass viele Staaten weltweit die Bedeutung der Zwei-Grad-Leitplanke anerkennen. Diese Marke könnte jedoch bereits im Jahr 2040 überschritten werden, wenn nicht umgehend Maßnahmen zur Reduzierung des Treibhausgasausstoßes ergriffen würden.

40 Prozent mehr CO2 seit 1992

Seit Verabschiedung der grundlegenden Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen im Jahr 1992, ratifiziert von fast allen Staaten der Welt einschließlich der USA, haben die Emissionen von Kohlendioxid aus fossilen Brennstoffen um mehr als 40 Prozent zugenommen, stellen die Autoren fest.

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„Artikel 2 der Klimarahmenkonvention besagt, dass es eine gefährliche menschliche Störung des Klimasystems zu vermeiden gilt. Mit dem Zuwachs an Emissionen steuern wir aber auf gravierende Klimaänderungen zu, wenn wir nicht sicherstellen, dass die Emissionen drastisch reduziert werden“, sagt Matthew England, einer der beteiligten Wissenschaftler.

Der Bericht „The Copenhagen Diagnosis“ ist Ergebnis einer einjährigen Zusammenarbeit. Die Autoren kommen darin zu dem Schluss, dass einige Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet.

Statements von Autoren

„Schon im 19. Jahrhundert war der Wissenschaft bekannt, dass Treibhausgase eine globale Erwärmung bewirken – das ist einfache Physik. Die Erwärmung der vergangenen Jahrzehnte wurde vorausgesagt und ist genauso eingetreten. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass wir weiterhin nur darüber reden, anstatt unsere Emissionen zu vermindern.“

Stefan Rahmstorf, Professor für Physik der Ozeane und Abteilungsleiter am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Deutschland

„Die Kohlendioxid-Emissionen dürfen nicht weiter zunehmen, wenn die Menschheit das Risiko unbeherrschbarer Auswirkungen des Klimawandels begrenzen will. Wir müssen den Wendepunkt bald erreichen; die Aufgabe duldet keinen Aufschub. Wenn wir die Erwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzen wollen, was sich viele Länder zum Ziel gesetzt haben, müssen die Emissionen ihr Maximum vor 2020 erreichen und anschließend schnell abnehmen.“

Richard Somerville, Professor an der Scripps Institution of Oceanography der University of California, San Diego, USA

„Es gibt Rückkopplungsmechanismen im Kohlenstoffkreislauf, von denen wir noch nicht wissen, wie viel sie zusätzlich zur Erwärmung beitragen könnten. Wir müssen mit Überraschungen rechnen. Mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit unter zwei Grad Erwärmung zu bleiben wäre zu knapp kalkuliert, um darauf reagieren zu können.“

Corinne Le Quéré, Professorin für Umweltwissenschaften an der University of East Anglia, Großbritannien

(Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, 17.12.2009 – DLO)

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