Wandel von analoger zur fast rein digitalen Informationsspeicherung zwischen 2000 und 2007 Welt-Wissen entspricht einem CD-Stapel bis zum Mond - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wandel von analoger zur fast rein digitalen Informationsspeicherung zwischen 2000 und 2007

Welt-Wissen entspricht einem CD-Stapel bis zum Mond

Wie groß ist das gespeicherte Wissen der gesamten Menschheit? Antwort auf diese Frage hat jetzt ein internationales Forscherteam in „Science“ gegeben: Im Jahr 2007 umfasste die gesamte gespeicherte Information 295 Trillionen Bytes – auf CD-ROMs gebrannt, würde der CD-Stapel bis über den Mond hinaus reichen. Die Daten zeigen zudem, dass der entscheidende Umwschwund von vorwiegend analoger zu fast nur noch digitaler Informationsspeicheurng zwischen 2000 und 2007 stattgefunden hat. Die gesamte Rechnerkapazität der Erdbevölkerung entdpricht bereits der Verarbeitungskapazität unseres Gehirns – Tendenz exponentiell steigens.

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Früher wurden Informationen, Erkenntnisse und Beschreibungen technologischer Errungenschaften niedergeschrieben und als Buch, Artikel oder in sonstiger analoger Form kommuniziert und aufbewahrt. In den letzten Jahren jedoch hat sich hier ein grundlegender Wandel ereignet: Während bis zum Jahr 2000 noch 75 Prozent der gespeicherten Information analog vorlag, waren dies 2007 nur noch ganze vier Prozent. 96 Prozent unseres kulturellen Gedächtnisses ist heute digital gespeichert, im Internet, auf Festplatten oder andren Datenträgern.

Wie groß die Menge digital kommunizierter oder gespeicherter Daten heute tatsächlich ist, haben jetzt Martin Hilbert von University of Southern California und Priscila López von der Open University of Catalonia erstmals ermittelt. Für ihre Studie analysierten die Wisenschaftler die Entwicklung in 60 Kategorien von analogen und digitalen Kommunikations- und Speichertechnologien in den Jahren 1986 bis 2007.

Gespeichertes Wissen: CD-Stapel bis zum Mond

Das Ergebnis: Betrachtet man sowohl analoge als auch digitale Medien, kann die Menschheit insgesamt mindestens 295 Exabyte – das entspricht 295 Trillionen Bytes – an Informationen speichern. Zum Vergleich: Würde man diese Datenmenge auf CD-Roms speichern, reichte der CD-Stapel von der Erde bis über den Mond hinaus. Oder anders ausgedrückt: Die Bitmenge entspräche dem 315-fachen der Menge aller Sandkörner auf unserem Planeten.

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In der Zeit von 1986 bis 2007 wuchs die weltweite Computerkapazität um 58 Prozent pro Jahr, die Speicherkapazität um 23 Prozent jährlich. Allein im Jahr 2007 verarbeiteten alle Mehrzweck-Computer zusammengenommen – vom Desktop-PC bis zum Supercomputer – 6,4 Trillionen Instruktionen pro Sekunde. Das liegt in der gleichen Größenordnung wie die Anzahl der pro Sekunde in unserem Gehirn verarbeiteten Nervennimpulse.

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Kommunikation: 174 Zeitungen pro Tag und Mensch

Nicht nur die reine Rechnerkapazität auch die Telekommunikation nahm von 1986 bis 2007 deutlich zu: um 28 Prozent pro Jahr. Allein 2007 sendete die Menschheit insgesamt 1,9 Zettabytes – 1,9 Trilliarden Bytes – an Information über Kommunikationskanäle wie Fernsehen, E-Mail oder GPS. Dies ist vergleichbar der Wissensmenge, die aufgenommen wird, wenn jeder Mensch auf der Erde jeden Tag 174 Zeitungen lesen wurde. Bei zweiseitige Kommunikationstechnologien wie dem Mobilfunk lag die ausgetauschte Datenmenge immerhin noch bei 65 Trillionen Bytes.

„Diese Zahlen sind zwar eindrucksvoll, aber immer noch winzig verglichen mit den Größenordnungen, in denen die Natur Informationen verarbeitet“, erklärt Hilbert. „Verglichen mit der Natur sind wir nichts als demütige Lehrlinge. Allerdings ist der Informationsreichtum der natürlichen Welt zwar schwindelerregend groß, aber er bleibt ziemlich konstant. Im Gegensatz dazu wachsen die technologischen Informationsverarbeitungs-Kapazitäten der Welt exponentiell.“

(University of Southern California, 11.02.2011 – NPO)

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