Wasserdampf ist das häufigste Treibhausgas auf der Erde, sein Anteil an der globalen Erwärmung war allerdings umstritten. Jetzt ist es Wissenschaftlern mithilfe von Satellitendaten gelungen, den wärmespeichernden Effekt des Gases genauer als zuvor zu bestimmen. Wie sie in der Fachzeitschrift „Geophysical Research Letters“ berichten, hat Wasserdampf demnach eine weitaus wichtigere Rolle im Klimawandel als bisher angenommen.
Wasserdampf in der Atmosphäre ist ein Treibhausgas. Er trägt immerhin zu 36 bis 70 Prozent zum natürlichen Treibhauseffekt bei. Welche Rolle er allerdings bei der globalen Erwärmung spielt, ist bisher nur in Teilen verstanden. Ein wichtiger Faktor ist die Wasserdampf-Rückkopplungsschleife in der Atmosphäre und ihr Ausmaß: Eine Erhöhung des Wasserdampfgehalts der Luft führt zu wärmeren Temperaturen. Wärmere Luft wiederum kann mehr Wasserdampf aufnehmen. Mehr Wasserdampf aber ergibt wieder mehr Erwärmung.
Einfluss der Rückkopplung bisher unklar
Zu dieser positiven Rückkopplung kommt der verstärkende Effekt, den der Wasserdampf auch auf die Treibhauswirkung anderer Klimagase hat. „Der Unterschied zwischen einer Atmosphäre mit einer starken Wasserdampf-Rückkopplung und einer schwachen ist enorm”, erklärt Andrew Dessler von der Texas A&M Universität. Klimamodelle haben die Stärke dieser positiven Rückkopplungen jedoch bisher nur sehr grob abschätzen können.
Die Daten waren nicht genau genug, um einen umfassenden Einblick zu geben, wie das Gas auf die Veränderungen in der Oberflächentemperatur der Erde reagiert. Die bodengestützten Messungen und älteren Satellitendaten konnten beispielsweise nicht den spezifischen Wasserdampfgehalt einzelner Höhenschichten der Troposphäre unterscheiden und erfassen. In dieser zwischen acht und 18 Kilometer hoch reichenden Luftschicht findet aber ein Großteil der für unser Wetter und Klima wichtigen Prozesse statt.














