SchwarmStrom als neues Konzept für die dezentrale Energieversorgung VW-Kraftwerke für den Keller - scinexx | Das Wissensmagazin
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SchwarmStrom als neues Konzept für die dezentrale Energieversorgung

VW-Kraftwerke für den Keller

VW im Keller © Manfred Witt

Ein neues Kapitel bei der dezentralen Energieversorgung Deutschlands wollen jetzt VW und das Energieunternehmen LichtBlick aufschlagen. Dabei handelt es sich um Mini-Kraftwerke für Zuhause – hocheffiziente Blockheizkraftwerke, die von modernen Gasmotoren angetrieben werden –, die in deutschen Kellern große Mengen an umweltfreundlichen Strom produzieren sollen.

Die ZuhauseKraftwerke versorgen künftig nicht nur lokal Gebäude mit Wärme, sondern werden von LichtBlick zu einem modernen Großkraftwerk vernetzt. „Man muss sich die ZuhauseKraftwerke wie einen Fischschwarm vorstellen: Viele kleine Einheiten bilden eine große, leistungsfähige Gemeinschaft, die SchwarmStrom erzeugt. LichtBlick vernetzt 100.000 ZuhauseKraftwerke zu Deutschlands größtem Gaskraftwerk“, erläutert der Vorstandsvorsitzende von LichtBlick, Christian Friege.

Schwarmstrom ersetzt zwei Atomkraftwerke

Mit einer Leistung von 2.000 Megawatt erreicht dieses dezentrale Gaskraftwerk die Kapazität von zwei Atomkraftwerken. Während die ZuhauseKraftwerke auf Nachfrage Strom erzeugen, wird die dabei entstehende Wärme gespeichert, so dass die Gebäude jederzeit zuverlässig mit Heizenergie und Warmwasser versorgt werden.

Volkswagen und das Energieunternehmen LichtBlick unterzeichneten gestern in Salzgitter einen Vertrag über die dafür notwendige Energie-Partnerschaft. Volkswagen wird die hocheffizienten Blockheizkraftwerke „EcoBlue“ produzieren, die von modernen Gasmotoren aus eigener Fertigung angetrieben werden. LichtBlick vertreibt die Anlagen als ZuhauseKraftwerke und setzt sie für ein neues, intelligentes Konzept der Wärme- und Stromversorgung ein.

ZuhauseKraftwerk © Thomas Liebig

Klimaneutrale Anlagen?

Dank der effizienten Volkswagen-Technologie sparen ZuhauseKraftwerke im Erdgasbetrieb bereits heute bis zu 60 Prozent CO2 gegenüber der herkömmlichen Wärme- und Stromerzeugung. LichtBlick will die Anlagen in Zukunft mit regenerativem Biogas betreiben – dann laufen sie sogar klimaneutral.

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Mit dem SchwarmStrom-Konzept wird LichtBlick den Ausbau der erneuerbaren Energien ergänzen. Nach Expertenschätzungen wird bis 2020 fast die Hälfte des Stroms aus regenerativen Quellen stammen. Herkömmliche Grundlastkraftwerke können nicht schnell genug an- oder abgeschaltet werden, um die wetterbedingt schwankende Stromeinspeisung aus Windrädern oder Photovoltaik auszugleichen. SchwarmStrom kann hingegen binnen einer Minute ins Netz eingespeist werden.

Hamburg als Vorreiter

„Wir liefern vor allem dann SchwarmStrom, wenn der Wind nicht weht. So machen wir den Weg frei für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die flexible und klimafreundliche Stromerzeugung der Zukunft“, so Friege. LichtBlick bringt die ZuhauseKraftwerke zunächst in Hamburg an den Markt. Ab Frühjahr 2010 können die ersten Anlagen eingebaut werden. Der Kunde zahlt einen Installationszuschuss von 5.000 Euro. LichtBlick weitet den Vertrieb ab 2010 Schritt für Schritt auf das ganze Bundesgebiet aus. Volkswagen wird die Serienproduktion von ZuhauseKraftwerken im Motorenwerk Salzgitter aufnehmen.

(LichtBlick, 10.09.2009 – DLO)

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