Forscher: Agave besser geeignet als Zuckerrohr oder Mais Tequila-Pflanze könnte Biosprit liefern - scinexx | Das Wissensmagazin
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Forscher: Agave besser geeignet als Zuckerrohr oder Mais

Tequila-Pflanze könnte Biosprit liefern

Agave © Stan Shebs / GFDL

Die Agave, eine Pflanzenart aus der bisher vor allem Tequila hergestellt wird, könnte künftig auch als umweltschonender Treibstofflieferant für Autos dienen. Dies belegt jetzt eine neue Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams.

Die Agave könne beispielsweise in Australiens trockenem Landesinneren großflächig angebaut werden und den problematischen Kraftstoffverbrauch des Landes somit in umweltschonende Bahnen lenken, so die Wissenschaftler.

Agave bietet viele Vorteile

In der neuen Studie untersuchte der Pflanzenphysiologe Daniel Tan von der Universität von Sydney zusammen mit Kollegen der Universität Oxford, ob sich die Agave für die Herstellung von Bioethanol eignet. Bei dem Gewächs handelt es sich um eine Wasser speichernde Pflanze mit hohem Zuckeranteil, die in weiten Teilen Mexikos für die Erzeugung des alkoholischen Getränks Tequila angebaut wird.

Tan und seine Kollegen sind davon überzeugt, dass die Agave im Vergleich zu anderen Pflanzen, wie Zuckerrohr oder Mais, die bereits für die Herstellung von Ethanol verwendet werden, einige bedeutende Vorteile aufweist.

„Die Agave scheint für die Herstellung von Biokraftstoff äußerst vielversprechend zu sein. Sie wächst auch in trockenen Gegenenden ohne Bewässerung, sie gilt nicht als Nahrungsmittel, und ihr Anbau geht nicht auf Kosten unserer knappen Wasservorräte“, meint Tan.

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Positive Energiebilanz

Aus Agaven gewonnenes Ethanol weise eine positive Energiebilanz auf – die gewonnene Energie sei fünfmal höher als die Energie, die aufgewendet werden müsse. Damit schneide die Pflanze im Vergleich zu dem hoch effizienten Zuckerrohr und dem weniger effizienten Mais positiv ab. „Auch aufgrund der Reduzierung von Treibhausgasemissionen, gemessen in CO2-Äquivalenten, hält die Agave dem Vergleich mit dem Zuckerrohr stand“, so Tan.

Erste Agavenfarm bereits in Betrieb

Im Rahmen eines Pilotprojekts wurde im Kalamia Estate im australischen Bundesstaat Queensland bereits eine erste Agavenfarm zur Ethanolherstellung in Betrieb genommen. Doch auf die Forscher wartet noch viel Arbeit. Tan und seine Kollegen müssen weitere Untersuchungen durchführen, um die Eigenschaften der Agave besser zu verstehen und entsprechende Technologien zu entwickeln.

Xiaoyu Yan, Wissenschaftler an der Smith School of Enterprise and the Environment der University of Oxford, fasst die Forschungsergebnisse aber schon jetzt wie folgt zusammen:

Agavenproduktionsstätte energieautark

„Unsere Untersuchung hebt die vielversprechenden Möglichkeiten der Bioenergieerzeugung durch Agaven in ariden oder semi-ariden Gegenden hervor. Die Erzeugung geht dabei kaum zu Lasten der Nahrungsmittelherstellung und der Wasservorräte. Wenn man die Energie- und Treibhausgasbilanz (Nettoreduktion der Treibhausgasemissionen pro Fläche) sowie die Höhe der Ethanolproduktion mit den Ergebnissen von Mais, Rutenhirse und Zuckerrohr vergleicht, schneidet das Agavengewächs besser oder zumindest ebenso gut ab.“

Eine Agavenproduktionsstätte könnte sich aufgrund der holzigen Nebenprodukte der Pflanze, wie Bagasse und sonstigen Rückständen, außerdem selbst mit der für den Betrieb erforderlichen Energie versorgen, so Tan.

(Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann, 07.09.2011 – DLO)

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