Forschern gelingt wichtiger Beitrag zur Entwicklung von neuen optoelektronischen Bauelementen Taschenlampe aus einzelnen Molekülen entwickelt - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Taschenlampe aus einzelnen Molekülen entwickelt

Forschern gelingt wichtiger Beitrag zur Entwicklung von neuen optoelektronischen Bauelementen

Das Bild zeigt einen Einzelmolekülkontakt zwischen zwei Kohlenstoffnanoröhren. Mit diesem Aufbau konnte erstmals über die Einzelmolekülelektrolumineszenz die Anwesenheit des Moleküls im Kontakt nachgewiesen werden. © KIT

Forschern ist es erstmals gelungen, aus einzelnen Molekülen elektronische Bauelemente herzustellen und diese zum Leuchten anzuregen. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung von neuen optoelektronischen Bauelementen auf der Basis von einzelnen Molekülen, schreibt die Fachzeitschrift „Nature Nanotechnology“ in ihrer aktuellen Online-Ausgabe.

In der Optoelektronik wird nach Verfahren und Produkten geforscht, die die Umwandlung von elektronisch erzeugten Daten und Energien in Lichtemission und umgekehrt ermöglichen.

„Molekulare Taschenlampe“

Die Forscherteams um den Chemiker Professor Marcel Mayor von der Universität Basel und dem Karlsruher Institut für Technologie sowie den Physiker Ralph Krupke – Karlsruher Institut für Technologie – haben die „molekulare Taschenlampe“ gebaut, indem sie maßgeschneiderte Moleküle mit Leuchtkern und winzige Elektroden aus Kohlenstoff-Nanoröhren entwickelten.

Durch ein spezielles Verfahren konnten die Moleküle zwischen die Nanoröhren-Elektroden platziert und elektrisch angesteuert werden. Als Nachweis der molekularen Elektrolumineszenz dient der spektroskopische Fingerabdruck des Moleküls.

Bottom-up- und Top-down-Strukturen

Die Herausforderung für die Wissenschaftler bestand darin, so genannte Bottom-up-Strukturen (Moleküle) in Top-down-Strukturen (Elektroden) zu integrieren und die kritischen Abmessungen zu beherrschen. Dabei galt es, die elektronischen und optischen Eigenschaften von Molekülen und Nanoröhren-Elektroden aufeinander abzustimmen, um Ladungstransport und Lichtemission zu ermöglichen.

Anzeige

Für ausreichende Stabilität der Kontakt zwischen den Nanoröhren und Moleküle sorgten nach Angaben der Forscher spezielle Ankergruppen an den Enden der Moleküle. Legt man an einen solchen Kontakt eine Spannung von einigen Volt an, so fängt das Molekül zu leuchten an. In einem empfindlichen Mikroskopaufbau ist es den Wissenschaftlern gelungen, dieses Licht zu detektieren und nachzuweisen, dass es aus dem Kern des Moleküls emittiert wird.

Molekulare Elektronik

Die molekulare Elektronik zielt auf das grundlegende Verständnis von Ladungstransport durch Moleküle ab. Sie sucht nach Möglichkeiten von molekularen Schaltkreisen für leistungsfähige und energieeffiziente Computer.

In der aktuellen Studie konnten die Wissenschaftler nun nachweisen, dass einzelne, fest verdrahtete Moleküle elektrisch zum Leuchten angeregt werden können. Durch diese für die Grundlagenforschung wichtige Erkenntnis wird die Vision der molekularen Elektronik um eine optoelektronische Komponente erweitert.

(Universität Basel, 02.12.2010 – DLO)

Anzeige

Videos jetzt im Netz

Teaserbild Ringvorlesung Klimawandel und Ich

Ringvorlesung "Klimawandel und Ich"

Diaschauen zum Thema

Dossiers zum Thema

Nanoröhrchen - Kohlenstoffwinzlinge als Bausteine für Computer der Zukunft

News des Tages

Bücher zum Thema

Die Geschwindigkeit des Honigs - Ungewöhnliche Erkenntnisse aus der Physik des Alltags von Jay Ingram

Das Wunder des Lichts - DVD der BBC

Donnerwetter - Physik - von Peter Häußler

Faszination Nanotechnologie - von Uwe Hartmann

Die Wunder maschine - Die unendliche Geschichte der Daten- verarbeitung von Herbert Matis

Nanotechnologie und Nanoprozesse - Einführung, Bewertung von Wolfgang Fahrner

Top-Clicks der Woche

Innerster Trabant vollführt einzigartige Schlangenlinien um seinen nahen Nachbarn Thalassa

Neptunmond Naiad tanzt

Anzeige
Anzeige