Solar Impulse 2 ist nach 43.000 Kilometern Flug wieder in Abu Dhabi gelandet Solarflugzeug vollendet erste Weltumrundung - scinexx | Das Wissensmagazin
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Solar Impulse 2 ist nach 43.000 Kilometern Flug wieder in Abu Dhabi gelandet

Solarflugzeug vollendet erste Weltumrundung

Solar Impulse 2 bei ihrer Landung heute früh in Abu Dhabi - nach einem Flug einmal rund um die Welt. © Solar Impulse/ Revillard/ Rezo.ch

43.000 Kilometer, 550 Flugstunden und 0 Liter Kerosin: Zum ersten Mal hat ein Solarflugzeug die Welt umrundet. Am 26. Juli 2016 frühmorgens landete Pilot Bertrand Piccard mit der Solar Impulse 2 wieder in Abu Dhabi, dem Ort, an dem der historische Flug im März 2015 begonnen hatte. Der Rekordflug soll demonstrieren, dass Fliegen auch ohne Kerosin möglich ist und alternative Technologien fördern.

Das einsitzige Solarflugzeug Solar Impulse 2 fliegt allein mit der Kraft der Sonne: Auf seinen 72 Metern Flügelspannweite sind 17.000 Solarzellen verteilt, die die vier Motoren antrieben und Strom in Batterien für Nachtflüge einspeisen. Auf ihrem Rekordflug um die Welt wechselten sich die Piloten Bertrand Piccard und André Borschberg ab. Beide absolvierten bei den Überquerungen von Atlantik und Pazifik jeweils drei und fünf Tage lange Nonstopflüge.

In 17 Etappen um die Welt

Ausgangs- und Endpunkt der 17 Flugetappen der Solar Impulse 2 war Abu Dhabi. Nach dem Start am 9. März 2015 ging es Richtung Osten über Oman, Indien, Myanmar, China und Japan über den Pazifik nach Hawaii. Von dort aus flog das Solarflugzeug nach Kalifornien, durch die USA bis New York und von dort aus in einem Nonstopflug über den Atlantik bis nach Sevilla in Spanien. Über Ägypten ging es dann zurück nach Abu Dhabi.

Heute früh, nach 17 Flugetappen und 43.000 Kilometern, landete die Solar Impulse 2 an ihrem Ziel Abu Dhabi. Als erstes rein solargetriebenes Fluggerät hat die Solar Impulse 2 damit die Welt einmal komplett umrundet. „Das ist nicht nur eine Premiere für die Luftfahrt, es ist vor allem eine Premiere für die Geschichte der Energie“, sagte Piccard nach seiner Landung.

Angetrieben werden die Elektromotoren des Solarflugzeugs allein durch seine Solarzellen © Solar Impulse/ Revillard/ Rezo.ch

„Ein historischer Tag“

Sogar der UN-Generalsekretär Ban-Ki-Moon ließ es sich nicht nehmen, kurz vor der Landung mit Piccard im Cockpit der Solar Impulse zu sprechen: „Dies ist ein historischer Tag für Kapitän Piccard, das Solar Impulse Team und die Menschheit, “ sagte der UN-Generalsekretär. „Sie mögen heute die Weltumrundung erfolgreich beenden, aber die Reise in eine nachhaltigere Zukunft hat gerade erst begonnen. Das Solar Impulse Team hilft uns dabei in diese zu steuern.“

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Auch für Piccard und seinen Mitpiloten André Borschberg stand bei diesem Rekordversuch weniger die fliegerische Leistung im Vordergrund, als vielmehr der Wunsch, zu demonstrieren, dass alternative Energien auch als Antrieb für Flugzeuge nutzbar und verlässlich sind. „Eine Strecke mit einem komplett neuen Flugzeugtyp zu fliegen ist schon schwierig genug“, sagt Borschberg. „Aber rund um die Welt zu fliegen ist eine echte Herausforderung. Es bestätigt, dass diese Technologien verlässlich sind.“

17.000 Solarzellen bedecken die Flügel von Solar Impulse 2 © Solar Impulse/ Revillard/ Rezo.ch

„Das ist nur der Anfang“

Nach Ansicht der beiden Piloten demonstriert ihr Rekordflug, dass Solartechnik sowohl in der Luftfahrt als auch im Alltag viel mehr eingesetzt werden kann als zurzeit noch der Fall. „Die gleichen sauberen Technologien, die wir in der Solar Impulse genutzt haben, könne auch auf der Erde in unserem Alltag eingesetzt werden um die CO2-Emissione zu senken“, sagte Piccard nach seiner Landung. „Solar Impulse ist nur der Anfang, jetzt müssen wir es weiterführen!“

Borschberg schätzt, dass schon in zehn Jahren Elektroflugzeuge in der Luftfahrt für kurze Strecken und bis zu 50 Passagiere eingesetzt werden könnten. „Während es noch länger dauern könnte, bis hundert Prozent solargetriebene Flugzeuge etabliert sind, werden sich Elektroflugzeuge schon in der nahen Zukunft durchsetzen“, so der Pilot. „Denn sie haben enorme Vorteile wie beispielsweise ihre Energieeffizienz.“

(Solar Impulse, 26.07.2016 – NPO)

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