Tischtennis-Roboter bringt sich selbst neue Schlagtechniken bei Roboter verbessert sich selbst - scinexx | Das Wissensmagazin
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Tischtennis-Roboter bringt sich selbst neue Schlagtechniken bei

Roboter verbessert sich selbst

Wissenschaftler haben Roboter entwickelt, die ihre Bewegungen beim Menschen abschauen und sich dann selbständig verbessern. Ein Tischtennis spielender Roboter entwickelte nach kurzem Training eigenständig neue Schlagbewegungen. © Axel Griesch/MPG, München

Deutsche Wissenschaftler haben Roboter entwickelt, die ihre Bewegungen beim Menschen abschauen und sich dann selbständig verbessern. So entwickelte ein Tischtennis spielender Roboter etwa nach kurzem Training eigenständig neue Schlagbewegungen.

Roboter, deren Bewegungen nicht mehr mühsam programmiert werden müssen, sondern die ihre Aufgaben eigenständig durch die Nachahmung von menschlichen Vorbildern erlernen – das ist die Vision von Jan Peters, Informatik-Professor der TU Darmstadt und Gruppenleiter im Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern Katharina Muelling und Jens Kober hat Peters unter anderem einen Roboter entwickelt, der sein Tischtennisspiel selbstständig verbessert. Nachdem die Wissenschaftler zunächst den Roboterarm beim Einüben grundlegender Schlagtechniken führten, konnte der Roboter nach kurzer Zeit eigenständig die ihm zugespielten Bälle zurückspielen. Auch passte er seine Schläge der jeweiligen Flugbahn an, indem er selbst neue Schlagbewegungen entwickelte.

Lernen durch Imitation und eigenständige Erfolgskontrolle

„Unser Roboter lernt ganz ähnlich wie ein Mensch. Zunächst imitiert er eine komplizierte Bewegung und übt diese so lange, bis er sie wirklich beherrscht“, erklärt Peters. „Dann beginnt das bestärkende Lernen (engl. reinforcement learning). Dabei erhält der Roboter nach jeder Bewegung eine Rückmeldung zu seinem Erfolg und kann seine Reaktion entsprechend anpassen, bis er sich stets zur richtigen Zeit für die richtige Bewegung entscheidet.“ Der Tischtennis spielende Roboter konnte nach einer Stunde Training fast 90 Prozent der Bälle auf die Platte zurückspielen, die ihm von einem menschlichen Gegenüber zugespielt wurden. „Eine entsprechende Programmierung des Roboterarms würde wohl Jahre dauern und immer noch deutlich schlechtere Ergebnisse erzielen“, ist Peters überzeugt.

Der Forscher sieht vielfältige Einsatzgebiete für selbstlernende Roboter. Sie könnten etwa in der industriellen Produktion bei häufigem Variantenwechsel und der Herstellung kleiner Stückzahlen zum Einsatz kommen, also dort, wo sich Roboter bislang als zu unflexibel erwiesen haben. „Außerdem müssen selbstlernende Roboter im Gegensatz zu herkömmlichen Robotern nicht aufwendig von Menschen und anderen Gegenständen abgeschirmt werden, sondern eignen sich im Gegenteil ganz hervorragend zur Kooperation mit dem Menschen“, so Peters. Derzeit entwickelt der Wissenschaftler gemeinsam mit seinem Team einen Roboter, der Menschen als „dritte Hand“ bei verschiedensten Tätigkeiten unterstützen kann.

(TU Darmstadt, 07.11.2012 – KBE)

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