Auch isolierte Populationen entgehen dem Aussterben nicht Physik erklärt Artensterben - scinexx | Das Wissensmagazin
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Auch isolierte Populationen entgehen dem Aussterben nicht

Physik erklärt Artensterben

Wenn Arten aussterben, geschieht dies oft gleichzeitig auch in weit verstreuten Populationen dieser Art. Aber warum? Eine Erklärung haben nun indische Physiker gefunden: Mithilfe des physikalischen Prinzips der nichtlinearen Dynamik zeigten sie, dass ein externer Faktor dabei als Synchronisator wirkt.

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Wie R.E. Amritkar vom Physikalischen Forschungsinstitut in Ahmedabad und Govindan Rangarajan vom Indischen Institut der Wissenschaft in Bangalore in der Zeitschrift Physical Review Letters berichten, basierten sie ihre Untersuchung auf Felddaten über die Entwicklung von Wühlmauspopulationen. Die Daten spiegelten wider, wie sich die Populationen unter dem Einfluss von Prädatoren veränderten. Auf diese Datenbasis wandten sie Prinzipien der nichtlinearen Dynamik an, um das zukünftige Verhalten der Populationen zu simulieren.

Das Ergebnis: Wenn die Bedrohung durch einen externen Faktor, wie beispielsweise das Klima oder ein Räuber, der an allen Orten präsent ist, ausgeübt wird, dann werden auch isolierte Teile der Population davon betroffen und ihre Populationsentwicklung mit der der Gesamtheit synchronisiert. Die Forscher vergleichen das Prinzip mit zwei alten Standuhren mit Pendel, die in synchrone Schläge verfallen, weil winzige, über den Boden übertragene Vibrationen die Pendelschläge des einen zum anderen übertragen.

Für Artenschützer sind dies allerdings keine sonderlich guten Nachrichten: Ihre Hoffnung, dass von bedrohten Arten vielleicht einige Gruppen überleben könnten, wird nun nicht gerade genährt. Die Physiker zeigen in ihrem Modell, dass der Nettowiderstand einer Art gegenüber dem Aussterben tatsächlich in eine numerische Form gebracht werden kann – und so zukünftig auch Prognosen zum Überleben solcher Arten erleichtern könnte. In jedem Falle erklärt dies, warum Arten in vorhergehenden Massenaussterben meist gleich global ausgerottet wurden.

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(AIP / Physical Review Letters, 22.06.2006 – NPO)

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