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Neues Domizil für Antarktis-Forscher

Neumayer III schafft Voraussetzungen für langfristige Forschung in der Antarktis

Nordseite der Neumayer-Station III im Bau © Michael Trapp / realnature.tv

Die Neumayer-Station III in der Antarktis ist fertig und von Bundesforschungsministerin Annette Schavan offiziell eingeweiht worden. Mit dem Bau der neuen deutschen Forschungsstation sind nun die Voraussetzungen für langfristige wissenschaftliche Untersuchungen in der Südpolregion beispielsweise zu den Auswirkungen des Klimawandels geschaffen.

Die Station ist auf dem modernsten Stand der Technik ausgestattet. Sie ermöglicht neue Projekte und die kontinuierliche Fortsetzung der Langzeitmessungen der wissenschaftlichen Observatorien. Die Neumayer-Station III steht 6,5 Kilometer südlich der alten Neumayer-Station auf dem Ekström Schelfeis nahe der Atka-Bucht und wird Forschungsarbeiten für die nächsten 25 bis 30 Jahre gewährleisten.

Für die Standortauswahl auf 70° 41´ südlicher Breite und 8° 16´ westlicher Länge mussten die Wissenschaftler berücksichtigen, dass das Schelfeis mit einer Geschwindigkeit von 170 Metern pro Jahr nordwärts in Richtung Meer fließt, wo es dann abbricht.

Lift gegen das Einsinken

Die Konstruktion der Antarktis-Station ist eine vom Alfred-Wegener-Institut patentierte Entwicklung und folgt dem Prinzip, Forschung, Betrieb und Wohnen auf einer Plattform oberhalb der Schneeoberfläche mit einer darunter liegenden Garage zu kombinieren.

Der Clou: Um die Lebensdauer des Gebäudes unter den widrigen Bedingungen zu verlängern, ist der Neubau mit einer Art „Lift“ ausgestattet, der Neumayer III jährlich um einen Meter nach oben hebt. Dadurch wird die Station an den kontinuierlich wachsenden Schneezutrag angeglichen. Die moderne Forschungsbasis versinkt im Laufe der Betriebszeit also nicht im Schnee wie ihre Vorgänger-Stationen, und es werden deshalb langfristig auch keine Bauteile im Schneegrund hinterlassen. Damit wird eine wichtige Forderung des Antarktis-Umweltschutzprotokolls erfüllt.

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Zum Einsatz gekommen sind beim Bau zudem modernste umweltschonende Werkstoffe, wie sie sonst nur in der Raumfahrttechnik verwendet werden.

Einzigartige Forschungsmöglichkeiten

Das neue Domizil der Antarktisforscher ist mit 3.300 Quadratmetern zudem deutlich größer als die Vorgängerstation und verfügt beispielsweise über wissenschaftliche Laborräume mit 210 Quadratmeter Fläche – und die Station bietet komfortablere Arbeits- und Lebensbedingungen.

Die Überwinterungsteams, die in der Zeit von März bis November auf der Station arbeiten werden, sollen meteorologische, geophysikalische und umweltphysikalische Untersuchungen durchführen und Daten sammeln, die nur unter den besonderen klimatischen Verhältnissen am Südpol gewonnen werden können.

(AWI, 20.02.2009 – DLO)

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