Neues Verfahren mit großem Potential in der Informationstechnologie „Nano-Erdbeben“ kontrollieren Licht - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Neues Verfahren mit großem Potential in der Informationstechnologie

„Nano-Erdbeben“ kontrollieren Licht

Solitonen sind Wellen, die sich ausbreiten, ohne ihre Form zu ändern. Nun haben Forscher erstmals solche Solitonen in einem Kristall zu erzeugen, die dort für winzige „Erdbeben“ sorgen. Das neue Verfahren besitzt nach Ansicht der Wissenschaftler großes Potenzial für Anwendungen in der Informationstechnologie: So kann beispielsweise die Farbe der Lichtemission aus einer Leuchtdiode oder einem Laser auf ultrakurzen Zeitskalen geändert werden.

{1l}

In der Natur sind Solitonen ein weit verbreitetes Phänomen. Ein bekanntes Beispiel ist der Tsunami – eine Flutwelle, die durch ein Erdbeben im Meer ausgelöst wird – der Weihnachten 2004 die verheerende Naturkatastrophe im südostasiatischen Raum ausgelöst hat.

Solitonen können jedoch auch sinnvoll eingesetzt werden, ohne jegliche Zerstörung zu verursachen, wie etwa zur Informationsübertragung mit solitonischen Lichtpulsen in Glasfasern. Nun ist es einem Forscherteam um Professor Manfred Bayer vom Fachbereich Physik der Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit Kollegen aus St. Petersburg und Utrecht gelungen, in einem Kristall solitonische Schallwellen zu erzeugen.

An jeder Stelle, auf die diese Schallwelle trifft, wird zerstörungsfrei ein „Nano-Erdbeben“ ausgelöst. Das Beben dauert weniger als eine billionstel Sekunde und ist lokalisiert auf einen Bereich von weniger als einem milliardenstel Meter Ausdehnung.

Anzeige

Viele Anwendungsmöglichkeiten

Über die Auswirkungen eines Nanobebens berichten die Dortmunder Physiker in der neuen Ausgabe der international führenden Fachzeitschrift Physical Review Letters. Mit der Technik lassen sich völlig neuartige Untersuchungen durchführen.

So können aufgrund der extremen Bedingungen, unter denen das Phänomen abläuft, eine Vielzahl quantenphysikalischer Fragestellungen künftig erstmalig untersucht werden.

(idw – Universität Dortmund, 06.08.2007 – DLO)

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

Dossiers zum Thema

Nanoröhrchen - Kohlenstoffwinzlinge als Bausteine für Computer der Zukunft

Erdbeben - Vorhersagbar oder aus heiterem Himmel?

Tsunami - Das Geheimnis der Riesenwellen

News des Tages

2018 VG18

Fernstes Objekt des Sonnensystems entdeckt

Mars: Rätsel um verschwundenes Methan

Europa: Diese invasiven Arten sind am gefährlichsten

Hatten schon die Dino-Vorfahren Federn?

Bücher zum Thema

Einsteins Spuk - Teleportation und weitere Mysterien der Quantenphysik von Anton Zeilinger

Laser - von Fritz K. Kneubühl und Markus W. Sigrist

Das Wunder des Lichts - DVD der BBC

Skurrile Quantenwelt - von Silvia Arroyo Camejo

Faszination Nanotechnologie - von Uwe Hartmann

Nanotechnologie und Nanoprozesse - Einführung, Bewertung von Wolfgang Fahrner

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige