Wissenschaftler untersuchen sauerstoffarme Meeresregionen vor Namibia Mit Maria S. Merian in den Südatlantik - scinexx | Das Wissensmagazin
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Wissenschaftler untersuchen sauerstoffarme Meeresregionen vor Namibia

Mit Maria S. Merian in den Südatlantik

Welche Rolle spielen Auftriebsgebiete im globalen Stickstoffkreislauf? Eine Antwort auf diese Frage geben soll eine neue Reise des Forschungsschiffes Maria S. Merian, die die Wissenschaftler in sauerstoffarme Meeresregionen vor Namibia führt.

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Am Samstag, den 9. Februar 2008 hat die Maria S. Merian dazu den Heimathafen Rostock in Richtung Gran Canaria verlassen. Die 22-köpfige wissenschaftliche Besatzung unter der Leitung von Falk Pollehne, Meeresbiologe am Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), wird erst dort an Bord gehen. Von Las Palmas startet die Merian dann am 19. Februar 2008 und wird für den Abschnitt bis Namibia rund drei Wochen benötigen.

Auftriebsgebiete stehen dann im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen. Dies sind Meeresregionen, in denen aufgrund von Strömungen nährstoffreiches, kaltes Tiefenwasser an die Oberfläche kommt und meist zu einer explosionsartigen Entwicklung des Lebens führt.

Untersucht werden dabei von den Forschern ozeanische Gebiete mit unterschiedlicher Sauerstoffversorgung – angefangen mit einer Auftriebsregion vor der Küste Mauretaniens mit einem nur geringen Sauerstoffdefizit in Bodennähe, über den so genannten „Angola-Dom“, in dem der Sauerstoff bereits deutlich reduziert ist, bis hin zu den Auftriebsgebieten vor Namibia, in denen ausgeprägter Sauerstoffmangel am Boden zu Faulschlamm-Bildung führt.

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Bakterien und Algen unter der Lupe

In diesen verschiedenen Seegebieten werden die Wissenschaftler an Bord der Merian untersuchen, wie Bakterien und Algen unter wechselnden Sauerstoffbedingungen mit dem jeweiligen Nährstoffangebot umgehen. Hintergrund: Wie bei dem globalen Kohlenstoffkreislauf, so kennt man auch beim Stickstoffkreislauf heute noch nicht alle Senken und Quellen. Die Versorgung mit Stickstoff, einem der Grundbaustoffe allen Lebens im Meer, ist aber für die marinen Ökosysteme ganz wesentlich. Da je nach Sauerstoffgehalt unterschiedliche „Ernährungsmodelle“ zum Tragen kommen können, versprechen sich die Warnemünder von ihren Untersuchungen in diesen unterschiedlichen Gebieten neue Erkenntnisse.

Im Mündungsgebiet des Kunene, dem Grenzfluss zwischen Angola und Namibia, untersuchen die IOW-Wissenschaftler zudem, wie schnell der Sauerstoff in der Flusswasserfahne verbraucht wird. Hier werden Warnemünder Biologen das Makrozoobenthos – Wirbellosenfauna des Meeresbodens – untersuchen. Sie wollen herausfinden, welche Faktoren in diesem Gebiet die Artenzusammensetzung und Vermehrung der Bodenlebewelt steuern.

Damit die Rahmenbedingungen in jeder der Vergleichsregionen genau erfasst werden, sind auch Physikalische Ozeanographen mit an Bord. Für sie ist das Untersuchungsgebiet vertraut, denn bereits seit den 1960er Jahren arbeiten Warnemünder Ozeanographen in den Gewässern vor Westafrika. Bei dieser Fahrt gibt es jedoch eine Premiere: zum ersten Mal setzen die Forscher in einem ozeanischen Gebiet ein Gerät ein, das bei fahrendem Schiff die Strömungsverhältnisse in der Wassersäule misst und gleichzeitig über ein Pump-System aus unterschiedlichen Tiefen Ozeanwasser ansaugt und direkt in die Labore der Merian liefert – für die Messtechniker an Bord, die diese neue Technologie bislang nur in der Ostsee getestet haben, ein spannender Einsatz.

Wissenschaftler-Wechsel in der Walvis Bay

Am 8. März 2008 endet dann der erste Fahrtabschnitt in Walvis Bay, Namibia. Die meisten der Warnemünder Wissenschaftler werden dann von Bord gehen, andere kommen neu hinzu. Am gleichen Tag beginnt unter der Fahrtleitung von Martin Schmidt, Physikalischer Ozeanograph am IOW, der zweite Fahrtabschnitt. Vor der Küste Namibias wird dann ein interdisziplinäres Team mit Wissenschaftlern aus Deutschland, Angola, Namibia und Südafrika untersuchen, welche Folgen die anhaltende fischereiliche Nutzung der Gewässer vor dem Hintergrund eines Klimawandels für das marine Ökosystem hat.

(idw – Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde, 11.02.2008 – DLO)

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