Nachahmen von Bewegungen verbessert Beziehung zwischen Gesprächspartnern Imitation macht auch Roboter sympatischer - scinexx | Das Wissensmagazin
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Nachahmen von Bewegungen verbessert Beziehung zwischen Gesprächspartnern

Imitation macht auch Roboter sympatischer

Versuch im KI-Labor © Stanford University

Wenn unser Gegenüber in einem Gespräch Teile unserer Gesten oder Mimik unbewusst nachahmt, signalisiert dies ein positives Verhältnis zu uns und löst bei uns wiederum – ebenfalls unbewusst – Sympathie aus. Das ist lange bekannt. Jetzt haben Forscher getestet, ob diese Rückkopplung auch mit einem virtuellen Gegenüber funktioniert.

Jeremy N. Bailenson, Professor für Kommunikation an der amerikanischen Stanford Universität führte dazu ein Experimente durch, bei denen Freiwillige einer Argumentation lauschen sollten, die von einem virtuellen Gegenüber mit künstlicher Intelligenz vorgetragen wurde. Die eingesetzten KI-Agenten bestanden aus einem männlichen oder weiblichen auf Schultern sitzenden Kopf und hatten weibliche oder männliche Stimmen. Während sie sprachen, bewegten sie die Lippen synchron zu dem Gesagten, blinzelten mit den Lidern und konnten die Kopfhaltung ähnlich wie der Mensch in Neigung und Drehung variieren.

Die Teilnehmer der Studie saßen entweder einem KI-Agenten gegenüber, der ihre Bewegungen mit der Verzögerung von vier Sekunden imitierte, oder aber das Bewegungsmuster eines ganz anderen Menschen abspielte. Es zeigte sich, dass die Probanden, die von ihren KI-Gegenüber imitiert wurden, dessen Argumentation als sympathischer und überzeugender bewerteten als diejenigen, die nicht imitiert wurden.

„Zudem wendeten die Teilnehmer mit imitierenden KI-Agenten ihren Kopf nicht vom sprechenden Gegenüber ab, während die anderen Teilnehmer dies häufig taten“, erklärt Bailenson. Obwohl den Versuchspersonen durchaus bewusst war, dass sie mit einem nicht-menschlichen Gegenüber sprachen, bemerkten die meisten von ihnen ihr „Bewegungsecho“ nicht.

Nach Ansicht der Wissenschaftler belegt dieser Versuch, dass Bewegungsmimikry nicht nur bei einem menschlichen, sondern auch bei einem nicht-menschlichen Gegenüber unbewusste Reaktionen bei uns auslöst. Für die Entwicklung und Erforschung von künstlicher Intelligenz und Robotern ist dies ein wichtiger Hinweis, zeigt aber auch, welche Interaktionen von uns unbemerkt die Kommunikation zwischen Menschen prägen und beeinflussen.

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(Blackwell Publishing Ltd., 29.09.2005 – NPO)

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