Neues Schwere-Informationssystem informiert über die lokale Fallbeschleunigung Im Süden lebt man leichter - scinexx | Das Wissensmagazin
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Neues Schwere-Informationssystem informiert über die lokale Fallbeschleunigung

Im Süden lebt man leichter

Beispielansicht des Schwere-Informationssystems (SIS) © PTB

Angenommen, Sie wiegen eine bestimmte Menge Zucker auf einer präzisen Waage erst in Braunschweig und später in München. Dann werden Sie feststellen, dass der Zucker in der bayerischen Landeshauptstadt ein wenig leichter ist. Grund ist die unterschiedliche Fallbeschleunigung, die von der geographischen Breite sowie der Höhenlage abhängt. Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) hat nun im Internet ein Schwere-Informationssystem (SIS) eingerichtet, dass die lokale Fallbeschleunigung an jedem beliebigen Ort der Erde anzeigt.

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Die Fallbeschleunigung liegt in Polnähe höher, da die Erde dort abgeplattet ist. Auf einem Berggipfel dagegen ist sie geringer und der Bergsteiger wiegt dort ein bisschen weniger als im Tal.

Wichtig ist dieses Phänomen zum Beispiel für die Hersteller von Handelswaagen, wie sie beispielsweise in Supermärkten eingesetzt werden. Damit die Waagen nicht unterschiedliche Gewichte anzeigen, werden mit Hilfe so genannter Gravitationszonen die unterschiedlichen Werte der Fallbeschleunigung „herausgerechnet“. Die „kluge“ Waage weiß also, wo sie sich befindet.

Mit dem SIS hat die PTB auf ihren Webseiten eine neue Auskunftsplattform eingerichtet, auf der sich interessierte Anwender aus Industrie, Forschung und Behörden, aber auch private Anwender, über die lokale Fallbeschleunigung an einem beliebigen Ort der Erde informieren können. Als Grundlage dient dabei ein vierstufiges Schweredatenmodell, das sich hauptsächlich aus frei verfügbaren, sekundären, das heißt abgeleiteten, Schwerefeldgrößen zusammensetzt.

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Vorbild Routenplaner

Die graphische Oberfläche des SIS orientiert sich an den aus dem Internet bekannten Routenplanern mit einem Eingabe- und Informationsteil auf der einen Seite und einem interaktiven Kartenteil auf der anderen. Mit Hilfe der Kartensteuerungselemente und einer globalen Atlasdatenbank als Grundlage für die Kartendarstellung wird die Navigation an nahezu jeden Ort der Erde ermöglicht.

Die Ausgabe eines ortsbezogenen Schwerewertes – Fallbeschleunigung – oder einer Schwereanomalie kann durch Eingabe eines Ortsnamens, der Angabe der Ortskoordinaten – geografische Länge, Breite, Höhe – oder durch einen Mausklick in die Karte erzeugt werden.

(idw – Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB), 31.05.2007 – DLO)

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