Erstmals Hersteller-Warnhinweis auf koffeinhaltigem Shampoo Haarshampoo unter "Dopingverdacht" - scinexx | Das Wissensmagazin
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Erstmals Hersteller-Warnhinweis auf koffeinhaltigem Shampoo

Haarshampoo unter „Dopingverdacht“

Shampoo als Dopingmittel? © IMSI MasterClips

Was hat Haarewaschen mit Doping zu tun? Unter Umständen viel, denn einige Präparate enthalten das umstrittene Koffein. Deshalb hat der Shampoohersteller Alpecin jetzt als erster eines seiner Produkte mit einem Warnhinweis für Leistungssportler versehen.

Viele Wirkstoffe sind für Hochleistungssportler absolut tabu – denn vieles steht auf der sogenannten Doping-Liste des Internationalen Olympischen Komitees. Trotzdem ist es schon ungewöhnlich, dass der Hersteller eines neuartigen Haarshampoos die Leistungsträger im Sport ausdrücklich auf der Verpackung vor einem Inhaltsstoff warnt. Wörtlich heißt es da auf der Rückseite: „Hinweis für Leistungssportler: Alpecin-Koffein kann im Haarfollikel nachgewiesen werden.“ Also: im Haarkanal. Ein Haarshampoo unter Doping-Verdacht?

Der Hintergrund: Koffein stand bis vor zwei Jahren auf der Doping-Liste des Internationalen Olympischen Komitees. Zur Zeit ist es zwar nicht verboten, aber es wird weiterhin überprüft und „beobachtet“. Die Diskussion, ob Koffein ein Dopingmittel ist, ist also noch lange nicht beendet.

Das sieht auch Radsportlegende und ARD-Kommentator Marcel Wüst so. Doping und Koffein sei zwar derzeit kein großes Thema im Radsport, gut sei es jedoch, dass Koffein „unter Beobachtung“ stehe. Und er warnt: „Zu viel Koffein ist im Leistungssport eher schädlich als nützlich.“

Vor einigen Jahren wurden mehrere Radprofis und zwei Ruderer des Dopings überführt. Sie hatten Koffein zu sich genommen, um die Leistungen zu verbessern. Denn Koffein wirkt auch leistungssteigernd, sagt der Sportwissenschaftler Dr. Elmar Wienecke (Saluto, eines der größten sportmedizinischen Institute in Deutschland): „Insbesondere bei Ausdauersportarten. Koffein wirkt speziell auf die Großhirnrinde und hat vor allen Dingen den Effekt, dass die Adrenalin-Wirkung länger andauert. Eine Ermüdung tritt also erst wesentlich später auf!“

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Koffein spielt aber auch beim Haarwachstum eine bedeutende, stimulierende Rolle. Wissenschaftler der Uni Jena konnten nachweisen, dass durch Koffein die Haarwurzeln aktiviert werden. So kann auch genetisch bedingter Haarausfall „bekämpft“ werden. Das haben Wissenschaftler der Dr. Kurt Wolff Forschung (Alpecin) frühzeitig erkannt und jetzt ein neuartiges Shampoo mit dem Wirkstoff Koffein entwickelt.

„Nach Recherchen und Gesprächen mit Experten sahen wir uns zu diesem Warnhinweis verpflichtet“, sagt Eduard Dörrenberg, Geschäftsführer bei Alpecin: „Unser Haus ist seit vielen Jahrzehnten Partner des Spitzensports. Koffein ist eine hochwirksame Substanz und deshalb ist der Hinweis, so glaube ich, wichtig.“

(Kurt Wolff Forschung, 26.04.2005 – NPO)

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