Abbau der wertvollen Rohstoffe ist aber wegen fehlender Infrastruktur zu teuer Grönland birgt gewaltige Vorkommen an Seltenen Erden - scinexx | Das Wissensmagazin
Anzeige
Anzeige

Abbau der wertvollen Rohstoffe ist aber wegen fehlender Infrastruktur zu teuer

Grönland birgt gewaltige Vorkommen an Seltenen Erden

Im grönländischen Kringlere könnten die Seltenen Erden schon 2012 abgebaut werden. © BGR

Grönland besitzt das derzeit größte Vorkommen an Schweren Seltenen Erden und das drittgrößte Seltene-Erden-Vorkommen der Welt. „Die gesamten grönländischen Vorräte an Seltenen Erden reichen aus, um den gegenwärtigen Weltbedarf für 150 Jahre zu decken“, sagt Harald Elsner, Seltene-Erden-Experte der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Der Abbau dieser Rohstoffe sei aber bisher zu aufwändig und teuer. Das Potenzial der nordatlantischen Insel ermittelte eine jetzt von der Deutschen Rohstoffagentur (DERA) der BGR veröffentlichte Studie.

Demnach weist Grönland nicht nur enorme Vorkommen an Seltenen Erden, sondern auch an Gold, Platin/Palladium, Uran und Strontium sowie Eisenerz, Blei/Zink, Molybdän, Beryllium, Lithium und Tantal auf. Dennoch ruht seit 2010 der Bergbau. 1990 schloss der bisher letzte Abbau auf Blei, Zink und Silber, 2010 ein hoffnungsvoll gestarteter Großtagebau auf Olivin für die Feuerfestindustrie. Der Goldabbau wird nach einer Pause erst jetzt wieder begonnen. Trotz des Rohstoffpotenzials halten sich viele Unternehmen aufgrund der logistischen Herausforderungen und klimatischen Bedingungen zurück.

Bisher ist der Abau zu teuer

„So befinden sich alle Vorkommen fernab jeder Infrastruktur und es gibt Vorkommen zwischen Gletschern oder noch teils unter Inlandeis. Das führt automatisch zu hohen Explorations-, Erschließungs- und Abbaukosten“, verdeutlicht Elsner, Autor der Studie. Hinzu kommen fehlendes Fachpersonal, hohe und steigende Energiekosten sowie ökologische Risiken. Das Seltene-Erden-Erz in Kvanefjeld, im Süden der Insel, beispielsweise ist stark radioaktiv. Dieses Vorkommen ist aufgrund der fehlenden Infrastruktur mit Erschließungskosten von bis zu 2,3 Mrd. US-Dollar das derzeit teuerste Seltene-Erden-Projekt der Welt.

Anders sieht es beim Vorkommen Kringlere, auch TANBREEZ (nach den enthaltenen Wertmineralen Tantalum, Niobium, Rare Earth Elements und Zirconium) genannt, aus. Es liegt näher an der Küste und ist kaum radioaktiv. Von einem australischen Unternehmen wurden bereits Genehmigungsunterlagen eingereicht, so dass der Abbau theoretisch 2013 starten könnte. „Das Vorkommen ist einwandfrei, jedoch hat das Unternehmen für das gesamte Seltene-Erden-Material einen Abnahmevertrag mit einem asiatischen, nicht-chinesischen Interessenten unterzeichnet“, erklärt Elsner.

Auch mit deutschen Unternehmen wurde zuvor Kontakt aufgenommen. Allerdings waren die finanziellen Vorstellungen der australischen Firma nicht umsetzbar. Zudem ist die geplante Produktion so klein, dass sie keine Bedeutung für den Weltmarkt für Seltene Erden besitzt. „Mit anderen kurzfristigen Abbauvorhaben von Bedeutung ist auf Grönland ebenfalls nicht zu rechnen – zu viele technische und finanzielle Hürden sprechen dagegen“, so Elsner.

Anzeige

(BGR, 05.10.2012 – NPO)

Anzeige

In den Schlagzeilen

Diaschauen zum Thema

Dossiers zum Thema

Coltan - Ein seltenes Erz und die Folgen seiner Nutzung

News des Tages

FLugzeug-Betankung

Flugzeug-Treibstoff aus Pflanzenabfällen

Tiefer Blick in eine Naht der Erde

Weltgrößter Tyrannosaurus rex entdeckt

Stört Bisphenol A die innere Uhr?

Meltdown und Spectre: Auch einfache Chips betroffen

Bücher zum Thema

Deutschlands verborgene Rohstoffe - Kupfer, Gold und seltene Erden Von Christoph Seidler

Im Fokus: Bodenschätze - Die Jagd nach Seltenen Erden und anderen Rohstoffen von Nadja Podbregar und Dieter Lohmann

Der Kampf um die Tiefsee - Wettlauf um die Rohstoffe der Erde von Sarah Zierul

Rohstoffe für Zukunftstechnologien - von Gerhard Angerer, Lorenz Erdmann und Frank Marscheider-Weidemann

Atlas der Globalisierung - von Le Monde diplomatique (Herausgeber)

Die Erde im Visier - Die Geowissenschaften an der Schwelle zum 21. Jahrhundert von Hans-Peter Harjes und Roland Walter

Top-Clicks der Woche

Anzeige
Anzeige