Bremer Meeresforscher führen Online-Expeditionstagebuch Geheimnissen des Meeresbodens auf der Spur - scinexx | Das Wissensmagazin
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Bremer Meeresforscher führen Online-Expeditionstagebuch

Geheimnissen des Meeresbodens auf der Spur

Das Meeresbodenbohrgerät kann in 2.000 Meter Wassertiefe bis zu 70 Meter lange Kerne aus dem Meeresboden gewinnen - für die Wissenschaftler so wertvoll wie Gold, da die Ablagerungen Informationen über die Vergangenheit gespeichert

Wie kommt die Forschung aufs Meer? Wie entlocken Wissenschaftler dem Meeresboden Geheimnisse über das in ihm verborgene Leben? Und wie lebt es sich auf einem Forschungsschiff? Antworten auf solche Fragen rund um die Meeresforschung geben jetzt Forscher und Crewmitglieder des Bremer MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften direkt von Bord des deutschen Forschungsschiffes METEOR. Auf der Webseite des Instituts führen sie vom 10. April bis zum 24. Mai 2008 ein Logbuch der 76. Reise.

Auf der Expedition in die nährstoffreichen Gewässer vor Namibia wird erstmals das umgebaute Meeresbodenbohrgerät MeBo des MARUM eingesetzt. Das weltweit einmalige Gerät soll bis zu 70 Meter tief in den Meeresboden bohren und Aufschluss über das möglicherweise größte Ökosystem der Erde liefern: Die Mikrobengemeinschaft, die bis zu mehrere hundert Meter unter dem Meeresboden lebt.

MeBo im Einsatz

„Expeditionen sind immer spannend, es fängt schon damit an, ob die Container mit den Geräten und Materialien alle heile und pünktlich ankommen“, kommentiert Matthias Zabel, Fahrtleiter des ersten Fahrtabschnittes, die Probleme, mit denen Meereswissenschaftler manchmal kämpfen. Allein das MeBo-System besteht aus sechs Containern, die etwa 80 Tonnen auf die Waage bringen. Das Gerät selbst ist sieben Meter hoch und wiegt zehn Tonnen. Hinzu kommen die Winde mit 2.500 Metern Kabel, Kontroll-, Werkstatt- und Ersatzteilcontainer sowie das Aussetzgestell.

haben. © MARUM, Universität Bremen, Annika Meyer

„Spannend auf dieser Fahrt ist natürlich auch die Frage, ob das weiter entwickelte Meeresbodenbohrgerätes MeBo so funktioniert, wie geplant“, so Zabel. Durch den Umbau bringt das am MARUM mit verschiedenen Partnern entwickelte Bohrgerät qualitativ bessere Proben mit und kann tiefer bohren als bisher. So sind jetzt Tiefen von 70 Metern gegenüber vorher nur 50 Metern möglich.

„Wissenschaftliche Fragen, die wir mit diesen Proben beantworten wollen, sind unter anderem welche und wie viele Mikroorganismen im Meeresboden leben und wovon sie sich ernähren“, so Zabel.

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Alle zwei bis drei Tage Bilder und Berichte

„Das Logbuch ist eine willkommene Möglichkeit, die spannenden und komplexen Vorgänge an Bord eines Forschungsschiffes der Öffentlichkeit vorzustellen“, findet Dr. Tim Ferdelmann vom Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen. Er übernimmt die Leitung des zweiten Abschnitts der Fahrt vom 25. April bis zum 12. Mai.

Alle zwei bis drei Tage senden die Fahrtleiter Berichte und Bilder zum Fortschritt der Exedition und erklären die Abläufe an Bord: Wie wird so ein großes Gerät ausgesetzt, was macht man damit und wie wichtig ist die Werkstatt an Bord? Was macht der Smutje und wer ist das überhaupt? Und natürlich geht es auch um die Wissenschaft – denn das ist ja der Grund für die Reise. Was macht das Leben mehrere hundert Meter tief im Meeresboden?

Link:

Logbuch der 76. Reise des deutschen Forschungsschiffes METEOR

(idw – MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften an der Universität Bremen, Kirsten Achenbach, 14.04.2008 – DLO)

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