Farbwechsel von Kürbiskernöl untersucht Farbe liegt im Auge des Betrachters - scinexx | Das Wissensmagazin
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Farbwechsel von Kürbiskernöl untersucht

Farbe liegt im Auge des Betrachters

© USDA

Manche Dinge wechseln vor unseren Augen die Farbe – und dies ganz ohne Zauberei. Ursache solcher Phänomene sind die einzigartigen Charakteristiken der Zellen in unserer Netzhaut, aber auch die physikalischen Eigenschaften mancher Substanzen. Einen solchen ganz alltäglichen Farbwechsel haben jetzt zwei Forscher aufgeklärt und ihre Ergebnisse im Fachmagazin „Naturwissenschaften“ veröffentlicht.

Das Untersuchungsobjekt von Samo und Marko Kreft von der Universität von Ljubljana in Slowenien könnte alltäglicher kaum sein: Es handelt sich um Kürbiskernöl, ein wegen seines feinen nussigen Geschmacks gerne für das Dressing von Salaten eingesetztes Pflanzenöl. Doch neben seinem Geschmack hat dieses Öl noch eine andere Besonderheit: In der Flasche erscheint es rötlichbraun, doch wenn es zu einer Salatsauce verarbeitet wird oder mit Joghurt gemischt ist, schimmert es grün.

Die Ursache für diesen seltsamen Farbwechsel haben die beiden Forscher untersucht. Mithilfe verschiedener physikalischer und bildgebender Methoden entdeckten sie, dass im Gegensatz zu vielen anderen Strukturfarben der Farbwechsel beim Öl nicht von dem Beobachtungswinkel oder der Richtung und Wellenlänge des einfallenden Lichts abhängig ist. Stattdessen scheint ausschließlich die Dicke der betrachteten Ölschicht die Farbe zu beeinflussen. Ab einer bestimmten Dicke verändert sich die Lichtabsorption so, dass die Farbe von grün nach rot wechselt.

Zum anderen ist die Farbveränderung jedoch auch abhängig von der einzigartigen Beschaffenheit der Zellen der menschlichen Netzhaut. Unsere Augen haben zwei verschiedene Typen von Fotorezeptorenzellen: Stäbchen und Zapfen. Stäbchenfotorezeptorenzellen sind hochempfindlich und arbeiten bei gedämpftem Licht. Die Zapfenfotorezeptorenzellen funktionieren bei heller Beleuchtung gut. Sie sind auch die Basis für unsere Farbwahrnehmung. Die Tatsache, dass wir über verschiedene Arten von Zapfenzellen verfügen, die alle unterschiedliche Spektralempfindlichkeit aufweisen, ermöglicht es uns, Farben zu unterscheiden.

(Naturwissenschaften, 04.07.2007 – NPO)

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