Leichtbau-Bolide beschleunigt in 1,513 Sekunden von Null auf Hundert Elektro-Rennwagen bricht Weltrekord - scinexx | Das Wissensmagazin
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Leichtbau-Bolide beschleunigt in 1,513 Sekunden von Null auf Hundert

Elektro-Rennwagen bricht Weltrekord

Der Elektro-Rennwagen "grimsel" erreichte einen neuen Beschleunigungsrekord. © ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Neuer Rekord: Ein von Schweizer Studenten entwickelter Elektro-Rennwagen hat den bisherigen Beschleunigungs-Weltrekord für Elektroautos gebrochen. In 1,513 Sekunden und innerhalb von weniger als 30 Metern beschleunigte das Fahrzeug von 0 auf 100 Stundenkilometer. Kein Serienfahrzeug, auch keines mit Verbrennungsmotor, erreicht eine mit vergleichbare Beschleunigung.

Elektroautos gelten bisher nicht unbedingt als sexy oder antriebsstark. Zwar haben erste Elektrosportwagen wie der Tesla Roadster bereits bewiesen, dass man auch mit Strom schnell fahren und beschleunigen kann. Aber das klassische Bild eines Elektroautos ist noch immer der Kleinwagen für den effizienten Stadtverkehr. Auch um dieses Image zu ändern, wetteifern Konstrukteure inzwischen auch um den schnellsten Elektro-Rennwagen.

In 1,5 Sekunden von 0 auf 100

Beim Rekordfahrzeug handelt es sich um ein Elektroauto, das von 30 Studenten der ETH Zürich und der Hochschule Luzern innerhalb eines Jahres entwickelt und gebaut wurde. Sie nahmen damit an der „Formula Student“ teil, dem mit über 500 Teams weltweit größten Wettbewerb für Rennwagen von Ingenieurstudierenden. Seit 2010 existiert eine eigene Wettbewerbsklasse für Elektrofahrzeuge.

Mit ihrem Elektrorennwagen „grimsel“ hat es nun das Team des Akademischen Motorsportvereins Zürich (AMZ) geschafft: Der Bolide beschleunigte auf dem Militärflugplatz Dübendorf bei Zürich in nur 1,513 Sekunden von 0 auf 100 km/h und stellte damit einen neuen Weltrekord auf. Nach Angaben des AMZ soll kein Serienfahrzeug mit Verbrennungsmotor eine vergleichbare Beschleunigung erreichen. Der bisherige Weltrekord betrug 1,779 Sekunden und wurde im vergangenen Jahr von einem Team der Universität Stuttgart aufgestellt.

Jubel beim Entwicklerteam des Elektro-Rennwagens. © ETH Zürich / Alessandro Della Bella

Leichtbau und raffinierte Antriebstechnik

Seine enorme Beschleunigung verdankt der Elektrorennwagen seinem geringen Gewicht und dem elektrischen Antrieb. Dank Einsatz von Leichtbauweise und Kohlefaser-Werkstoffen wiegt „grimsel“ gerade einmal 168 Kilogramm. Diesem geringen Fahrzeuggewicht steht eine relativ hohe Antriebskraft gegenüber: Der Elektro-Renner verfügt über vier selbst entwickelte Radnabenmotoren, welche per Allradantrieb 200 PS Leistung und 1.700 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße bringen.

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Eine ausgeklügelte Traktionskontrolle regelt jedes Rad individuell. Mehrmals pro Sekunde wird dabei die Leistungsabgabe an jedes Rad an die gegebene Fahrsituation und Bodenbeschaffenheit anpasst. Gleichzeitig wird das sogenannte Torque-Vectoring verwendet, um in Kurvenfahrten mehr Leistung an die kurvenäußeren Räder zu senden, wodurch schnellere Richtungswechsel ermöglicht werden.

Energieeffizient ist der Wagen außerdem: Beim Bremsvorgang wird die Bremsenergie über die Elektromotoren zurück in die Batterien gespeist. Dadurch können bis zu 30 Prozent der verbrauchten Energie wiedergewonnen werden.

(ETH Zürich, 23.06.2016 – NPO)

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