Dingozaun in Südaustralien soll aus der Luft auf Schäden überprüft werden Drohnen am längsten Zaun der Welt - scinexx | Das Wissensmagazin
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Dingozaun in Südaustralien soll aus der Luft auf Schäden überprüft werden

Drohnen am längsten Zaun der Welt

Drohnen sollen in Australien am "Dingozaun" patroullieren. © The Lead South Australia

Mit Drohnen gegen wilde Hunde: Den australischen Dingozaun wollen Wissenschaftler künftig mit automatischen Fluggeräten überwachen. Der Zaun hält Wildtiere von den Weidelandschaften im Südosten des Landes fern, und seine Instandhaltung kostet jährlich Tausende von Dollar. Die geplanten Drohnen sollen diese Aufgabe schneller, sicherer und billiger erledigen.

Zweimal so lang wie die Chinesische Mauer: Über eine Strecke von 5.400 Kilometern zieht sich der längste Zaun der Welt. Diese Barriere trennt den Südosten Australiens vom Rest des Kontinents ab und soll Weidevieh vor wilden Hunden, Dingos und andere Wildtieren schützen – daher auch der Name „Dingo Fence“. Diesen Schutz lassen sich die Landbesitzer Einiges kosten: Jeder von ihnen zahlt rund 7.000 australische Dollar im Jahr, um den Zaun instand zu halten.

Drohnen sparen Zeit und Geld

Wie wichtig der Dingozaun für die örtliche Wirtschaft ist, betont der Landwirtschaftsminister des Bundesstaats Südaustralien Leon Bignell: „Wilde Tiere und Schädlinge wie Wildhunde zerstören die Infrastruktur und töten Weidevieh“, so der Politiker. „Der Einsatz von Drohnen, um die Zäune zu überwachen, wird Zeit, Geld und Aufwand sparen.“

Ramesh Raja Segaran und seine Kollegen von der University of Adelaide wollen dies ermöglichen: Innerhalb von drei Monaten wollen sie beginnen, den Dingo-Zaun mit Drohnen zu überprüfen. Noch sind die Wissenschaftler jedoch auf der Suche nach dem am besten geeigneten Drohnenmodell. „Ob Rotor oder starre Flügel, begrenzende Faktoren oder die geplante Flughöhe der Drohen sind nur einige der Fragen, die wir vor dem Start beantworten müssen“, sagt Segaran.

Verlauf des Dingozauns (violett) im Südosten Australiens. © Wikimedia Commons / Roke~commonswiki (CC BY-SA 3.0)

Wärmebild-Kameras gegen Dingo-Schäden

Voraussichtlich werden die Wissenschaftler zunächst zwei Drohnen einsetzen. Diese sollen mit Lithium-Polymer-Batterien betrieben werden und sich 15 bis 60 Minuten lang in der Luft halten. Ein Techniker in der Nähe der Fluggeräte soll sie überwachen und bei Bedarf Batterien wechseln. Zukünftig sollen die Drohnen entweder ferngesteuert fliegen oder automatisch einen Flugplan abarbeiten.

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Dabei müssen die Flieger natürlich den Zaun im Blick behalten: „Die Drohnen werden mit leichten Kameras und mit Wärmebildgeräten ausgestattet sein, um den Zaun zu überwachen“, erklärt Segaran. Die Entwickler hoffen, dass die Drohnen auch wilde Hunde in der Umgebung aufspüren können. „Das könnte helfen, Schwachstellen im Verlauf des Zauns zu erkennen.“

(The Lead South Australia, 10.08.2015 – AKR)

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