Gedruckte elektronische Bauteile bringen Fotos zum Klingen Buchseiten als Lautsprecher - scinexx | Das Wissensmagazin
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Gedruckte elektronische Bauteile bringen Fotos zum Klingen

Buchseiten als Lautsprecher

Präsentationsfilm zum T-Book auf der Jahresveranstaltung des World Press Photo Wettbewerbs 2015 © TU Chemnitz

Bilder als Lautsprecher: Gedruckte Fotos können Töne von sich geben, denn elektronische Bauteile lassen sich ebenfalls ausdrucken und ins Papier integrieren. Deutsche Wissenschaftler haben so einen eindrucksvollen Bildband erstellt, in dem jedes Foto seine eigene Geschichte nicht nur bildlich erzählt. Die Seiten liefern den akustischen Hintergrund gleich mit. Dieses „T-Book“ zeigt, welche Möglichkeiten das neue Druckverfahren in Zukunft bringt.

Präsentationsfilm zum T-Book auf der Jahresveranstaltung des World Press Photo Wettbewerbs 2015© TU Chemnitz

Ein gedrucktes Foto hält oft nur einen einzelnen Moment fest und vermittelt nur einen begrenzten Eindruck der Stimmung und der weiteren Umgebung dieses Moments. Selbst bei so eindrucksvollen Bildern wie den mit dem World Press Photo Award ausgezeichneten Fotos geht die ganze Geschichte hinter einem Bild so leicht verloren. Flexible Displays und elektronisches Papier könnten dies in naher Zukunft ändern und auch Zeitungen und Bücher mit bewegten und tönenden Bildern ermöglichen – ganz so weit ist die Technik jedoch leider noch nicht.

Jede Seite ist ein Lautsprecher

Wissenschaftler um Arved Hübler von der Universität Chemnitz haben nun einen Weg gefunden, auf Papier gedruckte Fotos ihre Geschichte selbst erzählen zu lassen: Sie kombinieren die Bilder mit ebenfalls gedruckten Lautsprechern. Bei der Siegerehrung des diesjährigen World Press Photo Wettbewerbs präsentierten die Forscher einen großformatigen Bildband der Siegerfotos in brillanter Qualität, der außerdem mit gedruckter Elektronik ausgestattet ist. Schlägt man ein Bild auf, so tönt die ganze Seite als Lautsprecher und erzählt die Entstehungsgeschichte des Bildes.

Möglich ist dies durch die Drucktechnik, die das Team um Hübler im Laufe der letzten Jahre entwickelt und verfeinert hat. Dabei drucken sie elektronische Bauteile mit klassischen Druckverfahren direkt auf Papier. Eine dünne Schicht aus einem piezoelektrischen Polymer beginnt unter elektrischer Spannung zu schwingen und strahlt so Töne ab. Für die elektrischen Signale sind zusätzliche gedruckte, elektrisch leitfähige Schichten nötig. Der so entstandene biegsame Lautsprecher befindet sich zwischen den zwei Teilen einer zusammenlaminierten Papierseite.

Ton laut und deutlich aus dem Papier

So entstand auch das nun vorgestellte tönende „T-Book“. Die vom Buch abgespielten Klangdateien befinden sich auf einer SD-Speicherkarte im Buchdeckel. Batterien und Ansteuerelektronik sind ebenfalls im Einband des 100-seitigen Buches untergebracht. Ein gedruckter Sensor stellt fest, welche Seite des Buches der Leser gerade öffnet. So erklingt zu jedem Bild der passende Klang – der Ton kommt laut und deutlich direkt aus dem Papier. Die World Press Photos im Buch werden dabei nicht nur erläutert – Stimmen, Hintergrundgeräusche und Musik erweitern außerdem die vom Fotografen eingefangene Stimmung.

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Projektleiter Hübler sieht in dem mit Elektronik bedruckten Papier eine eindeutige Alternative zu flexiblen Displays: „Das T-Book ist ein Meilenstein in der Entwicklung gedruckter Informationen“, meint der Wissenschaftler und ist sich sicher, dass es die Tür zu vielen weiteren Entwicklungen öffnet: „Die Tablets der Zukunft werden auf Papier gedruckt, und das T-Book gibt einen ersten Ausblick, was alles möglich sein wird.“

(Technische Universität Chemnitz, 29.04.2015 – AKR)

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