Doktorarbeit des Astrophysikers jetzt erstmals frei im Internet zugänglich Blick in die Gedankenwelt des jungen Stephen Hawking - scinexx | Das Wissensmagazin
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Doktorarbeit des Astrophysikers jetzt erstmals frei im Internet zugänglich

Blick in die Gedankenwelt des jungen Stephen Hawking

Der britsche Physiker Stephen Hawking bei einem Vortrag. Er ist am 14. März 2018 gestorben. © NASA/ Paul Alers

Er ist einer der bekanntesten Astrophysiker weltweit: Stephen Hawking. Jetzt ist seine vor gut 50 Jahren geschriebene Doktorarbeit erstmals im Internet frei zugänglich. Die University of Cambridge hat die Arbeit in Absprache mit dem Physiker online gestellt, um den Open Access Gedanken voranzutreiben. Hawking hofft, dass sein Beispiel dazu beiträgt, den Zugang zu wissenschaftlichen Arbeiten künftig zu erleichtern.

Der britische Physiker und Kosmologe Stephen Hawking hat unsere Sicht des Kosmos entscheidend geprägt. Er postulierte als erster grundlegende Eigenschaften Schwarzer Löcher, darunter die nach ihm benannte Hawking-Strahlung und präzisierte Theorien zum Ereignishorizont. Zudem beschäftigte er sich mit der quantenphysikalischen Erklärung des Urknalls und der kosmischen Inflation.

Hawkings Doktorarbeit frei im Netz

Wie und womit die Karriere dieses bemerkenswerten Forschers begann, kann nun jeder selbst nachlesen. Denn die University of Cambridge hat die 1966 fertiggestellte Doktorarbeit von Stephen Hawking auf ihrem Portal „Apollo“ frei zugänglich ins Netz gestellt. Unter dem Titel „Properties of expanding universes“ ist das Werk des damals noch unbekannten 24-jährigen Physikers damit nun online für jeden abrufbar.

Die Universität möchte damit die Bedeutung von Open Access für Forschung und Wissenschaft unterstreichen. „Indem wir Barrieren zwischen den Menschen und dem Wissen abbauen, können wir neue Durchbrüche in allen Wissenschaftsgebieten, in Medizin und Technologie fördern“, betont Arthur Smith von der University of Cambridge. „Gerade Doktorarbeiten enthalten gewaltige Schätze unerschlossener und einzigartiger Information, die nur darauf wartet, genutzt zu werden.“

Danksagungsseite der Doktorarbeit von Stephen Hawking © University of CAmbridge/ Stephen Hawking

„Inspiration für den Blick zu den Sternen“

Ähnlich sieht es Stephen Hawking selbst: „Jeder Mensch überall auf der Welt sollte freien ungehinderten Zugang nicht nur zu meiner Forschung, sondern zu den Arbeiten aller großen und forschenden Geister der Menschheit haben“, so der Physiker. „Ich möchte durch den freien Zugang zu meiner Doktorarbeit Menschen in der ganzen Welt inspirieren, hinauf zu den Sternen zu sehen statt nach unten auf ihre Füße“, sagt der Physiker. „Damit sie über unseren Platz im Universum nachdenken und versuchen, sich ein Bild des Kosmos zu machen.“

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Hawking hofft, dass seine Doktorarbeit als Denkanstoß dienen kann – ähnlich wie er als junger Forscher durch die Werke von Isaac Newton, James Clerk Maxwell und Albert Einstein inspiriert wurde. „Ich hoffe allerdings, dass all die vielen Menschen, die zuvor schon Interesse an meiner Arbeit gezeigt haben, nun nicht enttäuscht werden, wenn sie endlich vollen Zugang dazu bekommen“, fügt er leicht selbstironisch hinzu.

Vorbild auch für andere Absolventen

Mit der freien Veröffentlichung von Hawkings Doktorarbeit hofft die Universität, auch andere Absolventen dazu anzuregen, ihre Arbeiten freizugeben. „Wir laden damit unsere Ehemaligen ein, darüber nachzudenken, auch für ihre Arbeiten ein Open Access zuzulassen“, so Smith. Zu diesen gehören allein an der Universität Cambridge immerhin 98 Nobelpreisträger.

Die Doktorarbeit von Stephen Hawking ist auf der Apollo-Plattform der University of Cambridge hier frei zugänglich. Inzwischen allerdings haben bereits so viele Menschen versucht, die Arbeit herunterzuladen, dass die Website gestern zusammengebrochen ist.

(University of Cambridge, 24.10.2017 – NPO)

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