Shell will Pilotanlage auf Hawaii bauen Biokraftstoff aus Algen - scinexx | Das Wissensmagazin
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Shell will Pilotanlage auf Hawaii bauen

Biokraftstoff aus Algen

Mithilfe eines speziellen Lichtregimes können viele verschiedene Algenkulturen gleichzeitig gezüchtet werden © Shell

Meeresalgen könnten künftig der Rohstoff für einen neuen Biokraftstoff werden. Der Mineralölkonzern Shell setzt auf nachwachsende Rohstoffe und plant eine Pilotanlage auf Hawaii zum Anbau von Meeresalgen. Wie der Konzern ankündigte, will er dort aus den Algen Pflanzenöl gewinnen, das dann in Biokraftstoff der zweiten Generation umgewandelt wird.

Kraftstoff aus nachwachsendem Rohstoff

Algen gelten als viel versprechender und vielseitiger nachwachsender Rohstoff, da sie sehr schnell wachsen, reich an pflanzlichem Öl sind und in Meerwasserbecken angebaut werden können, so dass nur wenig fruchtbares Land und Süßwasser in Anspruch genommen werden. Sie können ihre Masse mehrmals täglich verdoppeln und ergeben bedeutend mehr Öl pro Hektar als Alternativen wie Raps, Palmen oder Soja. Langfristig könnten Algenanbauanlagen ebenfalls das Potenzial haben, CO2-„Abgase“ von Industrieanlagen wie beispielsweise Kraftwerken direkt zu absorbieren oder einzufangen.

Shell führt das Projekt gemeinsam mit HR Biopetroleum durch, einer von Meereswissenschaftlern gegründeten Firma, die Technologien für die großtechnische Erzeugung von Mikroalgen entwickelt. „Algen haben ein bedeutendes Potenzial als nachhaltiges Rohmaterial für die Erzeugung dieselartiger Brennstoffe mit äußerst geringer CO2-Erzeugung“, erklärte Graeme Sweeney, Vizepräsident der Abteilung „Future Fuels and CO2“ bei Shell. „Diese Vorführanlage ist ein bedeutender Test der Technologie und insbesondere der wirtschaftlichen Tragfähigkeit.“

Keine Gentech-Algen

Der Bau der Vorzeigeeinrichtung an der Kona-Küste der Insel Hawaii Island soll umgehend beginnen. Das von der Natural Energy Laboratory of Hawaii Authority (NELHA) gepachtete Gelände liegt in der Nähe bestehender kommerzieller Algenanbaubetriebe, die überwiegend die Pharma- und Nahrungsmittelbranchen bedienen.

In der Anlage mit Freiluftbecken werden nur gentechnisch unveränderte Mikromeeresalgenarten angebaut. Die verwendeten Algenstämme sind entweder in Hawaii heimisch oder vom Hawaii Department of Agriculture zugelassen. Der Schutz der örtlichen Umwelt und des marinen Ökosystems war bei der Konzeption der Anlage von entscheidender Bedeutung. Nach der Ernte wird aus den Algen Pflanzenöl gewonnen. Die niedrigen Produktionsvolumina werden zu Testzwecken verwendet.

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Ein akademisches Forschungsprogramm unterstützt das Projekt: Dabei werden natürliche Mikroalgenarten untersucht, um zu bestimmen, welche die höchsten Erträge und die größten Pflanzenölmengen ergeben. An dem Programm sind Wissenschaftler von den Universitäten Hawaii, Southern Mississippi und Dalhousie in Nova Scotia, Kanada, beteiligt.

(Shell, 12.12.2007 – NPO)

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