Neuronale Worterkennung: Fremdsprachen sind für unser Gehirn das reinste Kuddelmuddel aus nahtlos ineinanderfließenden Wörtern. Wie unser Gehirn darin Ordnung schafft, haben nun Forschende herausgefunden. Demnach lernen wir die Muster unserer Muttersprache oder einer uns vertrauten Sprache erst durch jahrlange Übung zu erkennen und können dadurch einzelne Wörter heraushören. Möglich machen dies bestimmte feinjustierbare Neuronen in demselben Hirnareal, das auch Vokale und Konsonanten in Sprachen erkennt.
Wenn wir normal sprechen, machen wir meist keine bewussten Pausen zwischen den einzelnen Wörtern. Dennoch nehmen wir diese unausgesprochenen „Leerzeichen“ bei unseren Mitmenschen mühelos wahr – allerdings nur, wenn wir unserer Muttersprache lauschen. Bei Fremdsprachen können wir die Wortgrenzen hingegen nicht hören und nehmen das Gesprochene zunächst als kontinuierlichen Fluss wahr. Deshalb fällt es uns schwerer, die gehörten Sätze zu verstehen.

Wie verarbeitet unser Gehirn Mutter- und Fremdsprache?
Aus früheren Studien ist bekannt, dass es in unserem Gehirn mehrere Areale gibt, die an der Verarbeitung von Sprache beteiligt sind. Dazu gehört der sogenannte Gyrus temporalis superior (STG) im Temporallappen der Großhirnrinde, welcher für einfache Lautverarbeitung zuständig ist, zum Beispiel die Unterscheidung von Konsonanten und Vokalen.
Doch spielt dieses Hirnareal darüber hinaus auch eine Rolle bei der Erkennung von Wortgrenzen? Dieser Frage sind nun Forschende um Ilina Bhaya-Grossman, Yizhen Zhang und Matthew Leonard von der University of California in San Francisco in zwei Studien nachgegangen. An der ersten Studie nahmen 20 Testpersonen teil, die nur Spanisch, Englisch oder Mandarin als Muttersprache hatten. Zudem nahmen acht zweisprachige Testpersonen teil, die sowohl Spanisch als auch Englisch fließend beherrschten.








