Verborgenes sichtbar gemacht: Forschende haben zum ersten Mal mitverfolgt, wie Platinkristalle in einem flüssigen Metall heranwachsen. Eine spezielle Röntgentomografie machte dabei das Geschehen im normalerweise undurchdringlichen Metallbad aus Gallium oder Gallium-Indium sichtbar. Es zeigte, wie das Platin nach Metallbad und Temperatur Stäbchen oder Polyeder verschiedener Größe formte. Diese Einblicke könnten dabei helfen, neuartige Materialien, Katalysatoren und Elektroden zu erzeugen, wie das Team in „Nature Communications“ berichtet.
Flüssigmetalle wie Gallium, Quecksilber oder Natriumkalium-Legierungen sind echte Exoten. Denn sie sind weder typische Flüssigkeiten noch Feststoffe – aber bei Körpertemperatur flüssig. Dabei behalten diese flüssigen Metalle viele Merkmale ihres festen Zustands bei, darunter ihre hohe Dichte, eine sehr hohe Oberflächenspannung und ihren Glanz. Spannend und begehrt sind diese Exoten aber vor allem deshalb, weil sich andere Metalle gut in ihnen lösen.

Extrem dicht und für Blicke undurchdringlich
„Flüssige Metalle bieten vielversprechende Möglichkeiten als Lösungsmittel für metallische Elemente und auch für die Synthese einer breiten Palette von Metallkristallen“, erklären Moonika Widjajana von der University of Sydney und ihre Kollegen. Denn wenn ein solches Metallbad abkühlt oder die Konzentration der gelösten Metalle erhöht wird, kristallisieren diese aus. Dadurch lassen sich flüssige Metalle theoretisch nutzen, um gezielt bestimmte Metallstrukturen zu züchten.
Das Problem jedoch: „Wie die Kristalle im Inneren des flüssigen Metalls heranwachsen, lässt sich nur schwer beobachten“, erklären die Forschenden. Denn die hohe atomare Dichte des Metalls blockiert die meisten elektromagnetischen Wellen – auch das Licht. Gleichzeitig macht die extrem hohe Oberflächenspannung des Flüssigmetalls es schwer, die wachsenden Kristalle vom Metallbad zu trennen. „Dadurch ist auch ungeklärt, wie das Kristallwachstum und die Form der Kristalle durch die Eigenschaften des Metallbads geändert werden, so das Team.









