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Zink kann Erkältungen lindern

Zinkpräparate verkürzen Krankheitsdauer und Schwere der Symptome

Erkältung
Die Einnahme von Zink kann eine Erkältung abschwächen und verkürzen – verhindern kann sie diese aber nicht. © Ridofranz/ iStock

Gegen Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Eine Metaanalyse bestätigt, dass Zink gegen Erkältungen helfen kann. Demnach kann die Einnahme von Zinkpräparaten die Dauer der Erkrankung signifikant verkürzen und Symptome wie Halsschmerzen, Fieber oder Husten abschwächen. Eine vorbeugende Einnahme von Zink ist dagegen wenig wirksam: Sie reicht nicht aus, um eine Infektion mit Rhinoviren und Co zu verhindern, wie die Forscher im Fachmagazin „BMJ“ berichten.

Nachdem die Schutzmaßnahmen gegen die Corona-Pandemie im letzten Winter auch viele grippale Infekte verhindert haben, feiern die Erkältungen momentan ein Comeback: Die gelockerten Hygiene- und Abstandsregeln erleichtern erneut die Übertragung von Rhinoviren, Erkältungs-Coronaviren und Co. und entsprechend viele Menschen leiden unter Schnupfen, Halsschmerzen, Husten und anderen typischen Symptomen einer Erkältung.

Zink versus Placebo

Wie aber kann man die Erkältung umgehen oder zumindest ihre Symptome lindern? Während Vitamin C deutlich weniger hilft als landläufig angenommen, scheint die Einnahme von Zink durchaus eine Wirkung auf die Infekte zu haben. Das bestätigt nun erneut eine Metaanalyse von 28 Studien mit insgesamt 5.446 Teilnehmern. Alle Testpersonen waren erwachsen und litten zuvor nicht unter einem Zinkmangel.

Für ihre Studie haben Jennifer Hunter von der Western Sydney University und ihre Kollegen die Wirkung von Zink-Lutschtabletten und Zink-Nasensprays auf die Symptome, Dauer und den Eintritt einer Infektion gegenüber Placebo-Kontrollen untersucht. In den meisten dieser Studien begannen die Testpersonen ein bis drei Tage nach Auftreten der ersten Symptome mit der Zink-Einnahme, in vier Studien wurden zudem die vorbeugende Wirkung mit nachfolgender gezielter Infektion durch Rhinoviren getestet.

Symptome gelindert und verkürzt

Das Ergebnis: Die Einnahme von Zink kann zwar nicht verhindern, dass man sich mit Erkältungsviren infiziert und erkrankt. Das Spurenelement kann aber offenbar dazu beitragen, die Schwere und Dauer der Erkältung zu reduzieren. Teilnehmer, die zu Anfang der Erkältung Zink einnahmen, erlebten eine gegenüber dem Placebo signifikante Linderung ihrer Beschwerden ab dem dritten Tag, wie das Team berichtet.

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Bei Einnahme von Zink stieg die Chance zudem um das Doppelte an, die Erkältung nach spätestens einer Woche hinter sich zu haben. Insgesamt war zudem die Schwere der Symptome verringert: Fieber und grippeähnliche Beschwerden traten in der Zink-Gruppe seltener auf als bei den Probanden, die nur ein Placebo bekommen hatten. „Damit scheinen die Wirkungen von Zink über den bloßen Ausgleich eines Zinkmangels hinauszugehen“, so Hunter und ihre Kollegen.

Keinen signifikanten Effekt hatten Zinktabletten oder Zinksprays dagegen zur Vorbeugung einer Erkältung: Die Testpersonen aus der Zinkgruppe entwickelten nach Infektion mit Rhinoviren ebenso oft eine Erkältung wie die Teilnehmer der Placebogruppe.

Alternative zu Medikamenten

Nach Ansicht des Forschungsteams bestätigen diese Ergebnisse aber, dass Zink bei viralen Erkältungskrankheiten zumindest lindernd wirken kann. „Das wird gestützt durch in vitro Ergebnisse, nach denen Zink-Ionen die virale Vermehrung hemmen, Zellmembranen stabilisieren und die Entzündung der Schleimhäute reduzieren“, erklären sie. Die gute Verträglichkeit mache Zink zu einer „natürlichen“ Alternative zu gängigen Erkältungspräparaten.

Allerdings gibt es noch einige Unsicherheiten: „Kliniker und Patienten sollten sich bewusst sein, dass es noch einige Unklarheit darüber gibt, welche Dosierungen, Verabreichungswege und Formulierungen bei den Zinkpräparaten die effektivsten sind“, betonen Hunter und ihr Team. (BMJ Open, 2021; doi: 10.1136/bmjopen-2020-047474)

Quelle: BMJ

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